• Landkarte: Erster Weltkrieg: Frontverlauf 1915

Landkarte: Erster Weltkrieg: Frontverlauf 1915 Erster Weltkrieg Frontverlauf 1915 Frontverlauf 1915 (dob) © DHM, Berlin 1914 1915 1916 1917 1918 Der Kriegsverlauf 1915 Auch das Jahr 1915 brachte keine militärische Entscheidung, obwohl der verbissen geführte Kampf die Zahl der Gefallenen in die Millionen trieb. Die mit immer stärkerem Artilleriefeuer geführten Schlachten machten ganze Landstriche zu unbelebten, unwirtlichen Kraterlandschaften. Das Kriegsjahr begann mit der Winterschlacht in der Champagne (16. Februar bis 20. März), in der es den Deutschen gelang, französische Durchbruchsversuche abzuwehren. Eine kaum noch für möglich gehaltene Steigerung des qualvollen Sterbens der Soldaten brachte der Einsatz von Giftgas, das die deutsche Armee erstmals in der zweiten Schlacht bei Ypern (22. April bis 25. Mai) einsetzte. Die Zahl der gefallenen Soldaten erhöhte sich nochmals dramatisch, als im Zuge der großen Offensive der Franzosen die Herbstschlacht in der Champagne (22. September bis 6. November) als erste große Materialschlacht geführt wurde. Da die militärischen und wirtschaftlichen Kräfte der Mittelmächte einem Zweifrontenkrieg über keinen längeren Zeitraum gewachsen waren, versuchte die deutsche Kriegsleitung nun, Russland mit einem Offensivschlag niederzuwerfen. Mit der siegreichen Winterschlacht in Masuren gelang es den Deutschen, die russische Armee aus Ostpreußen zu vertrieben. Nach wechselhaften Kämpfen wehrten deutsche und österreich-ungarische Truppen in der Winterschlacht in den Karpaten (Dezember 1914 bis April 1915) einen drohenden Einfall russischer Truppen über die Karpaten nach Ungarn ab. In der anschließenden Durchbruchsschlacht von Gorlice-Tarnów (1. bis 3. Mai) gelang unter dem Generaloberst August von Mackensen ein überraschender Durchbruch durch die westgalizische Front der Russen. Nach einer Reihe weiterer Erfolge begann am 1. Juli eine große Offensive der Mittelmächte, die u.a. zur Einnahme von Warschau, Brest-Litowsk, Grodno und Wilna führte. Die deutschen Truppen drangen bis über die Pripet-Sümpfe vor. Die ebenfalls vorrückenden österreich-ungarischen Truppen wurden in Ostgalizien durch eine starke russische Gegenoffensive in der Schlacht bei Tarnopol (6. bis 19. September) gestoppt. Die anschließenden Durchbruchsversuche der Russen blieben jedoch erfolglos. Nach der Neujahrsschlacht (Mitte Dezember 1915 bis Mitte Januar 1916) erstarrte auch der Krieg im Osten immer mehr zum Stellungskrieg. Die neue Südfront nach dem Kriegseintritt Italiens erwies sich ebenfalls als starr. Am Isonzo nördlich von Triest standen sich italienische und österreich-ungarische Truppen auch nach zahlreichen Gefechten in fast unveränderten Positionen gegenüber. Durch den alliierten Angriff auf die Dardanellen und den Kriegseintritt Bulgariens an der Seite der Mittelmächte konzentrierte sich das Kriegsgeschehen in der zweiten Jahreshälfte 1915 zunehmend auf den Balkan. Die Mittelmächte eroberten bis Jahresende Serbien, Montenegro und Albanien und stellten so die wichtige Landverbindung zur verbündeten Türkei her. Als Reaktion darauf besetzte die Entente das bis dahin neutrale Griechenland und nahm dort die Reste der serbischen Armee auf. (mw/ba)Deutsches Historisches Museum, Berlin LeMO de Europa Krieg, Frontverlauf

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