Nikolaus II. 1868-1918

Zar von Rußland

  • 1868

    18. Mai: Nikolaus wird als ältester Sohn des russischen Kronprinzen Alexander und seiner Frau, Prinzessin Dagmar von Dänemark, in Zarskoje Selo (heute: Puschkin) geboren.
    Nikolaus erhält eine Privaterziehung. Politisch geschult wird er von dem konservativ-klerikalen Politiker Konstantin Pobedonostsew (1827-1907).

  • 1881

    Nach der Thronbesteigung des Vaters, Alexanders III., wird Nikolaus Thronfolger.

  • 1885-1890

    Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Petersburg.
    Zugleich militärische Ausbildung an der Akademie des Generalstabs.

  • 1894

    1. November: Nach dem Tod des Vaters wird der Kronprinz als Nikolaus II. Zar von Rußland.
    26. November: Heirat mit der Prinzessin Alexandra von Hessen-Darmstadt. Der Ehe entstammen fünf Kinder, darunter als einziger Sohn der Thronfolger Alexander.

  • 1896

    Nikolaus II. führt eine kompromißlose Politik gegen die Selbstverwaltungsrechte der nationalen Minderheiten im Reich. Es breiten sich Unruhen und Streiks in Finnland, Polen, dem Baltikum und der Ukraine aus.

  • 1899

    3. Februar: Gegen den Widerstand der Bevölkerung erläßt die zaristische Regierung im Großfürstentum Finnland eine zentralistische Verfassung und führt Russisch als Amtssprache ein (Februarmanifest).

  • 1904

    9. Februar: Beginn des Russisch-Japanischen Krieges wegen Interessengegensätzen in der Korea- und Chinapolitik.

  • 1905

    5. September: Nach der militärischen Niederlage erkennt Rußland im Frieden von Portsmouth Japans Ansprüche auf Korea an und muß auf Pachtrechte und territoriale Ansprüche in China verzichten.
    Im Inland breitet sich eine gewaltvolle Protestwelle gegen die Politik des Zaren aus. Ein Generalstreik der sozialistisch organisierten Arbeiter legt das öffentliche Leben lahm.
    17. Oktober: Die revolutionären Unruhen veranlassen Nikolaus II., Grundrechte und eine gesetzgebende Volksvertretung (Duma) auf der Grundlage des allgemeinen Wahlrechts einzuführen (Oktobermanifest).

  • 1906

    25. April: Vor dem Zusammentritt der ersten gewählten Duma, in welcher die Konstitutionellen Demokraten die Mehrheit besitzen, verfügt Nikolaus II. ein Staatsgrundgesetz. Nach diesem erstreckt sich die Budgetkontrolle der Duma nicht auf Militär- und Hofausgaben. Legislative Kompetenzen besitzt zudem auch der Reichsrat, dessen Mitglieder vom Zaren und von den staatstragenden Institutionen berufen werden.

  • 1907

    3. Juni: Der Zar löst die neugewählte Duma mit Mehrheit der Linken löst der Zar auf und schränkt das Wahlrecht zugunsten besitzender Schichten ein.
    Nach Neuwahlen kehrt Nikolaus II. mit einer regierungstreuen Parlamentsmehrheit zu konservativer Politik zurück.

  • 1910

    Wiederaufnahme der restriktiven Nationalitätenpolitik.

  • 1912

    4. April: Blutige Niederschlagung eines Streiks in Ostsibirien. Die Streikbewegung breitet sich im ganzen Land zu einer Protestbewegung gegen die Politik des Zaren aus.
    Nikolaus II. unterstützt in der Balkanpolitik die planslawistische serbische Nationalbewegung.

  • 1914

    30. Juli: Nach der österreich-ungarischen Kriegserklärung gegen Serbien gibt Nikolaus II. den Befehl zur Gesamtmobilmachung der Streitkräfte gegen Österreich-Ungarn und seinen Bündnispartner Deutschland.
    Im Bündnis mit der Entente tritt Rußland in den Ersten Weltkrieg ein.

  • 1915

    5. September: Nikolaus II. übernimmt den Oberbefehl über die Streitkräfte.

  • 1917

    15. März: Auf Druck der Generalität dankt Nikolaus II. zugunsten seines Bruders, des Großfürsten Michail (1878-1918), ab. Dieser weist jedoch die Krone zurück.
    21. März: Nikolaus II. wird in Haft genommen und nach Internierung in Zarskoje Selo mit seiner Familie nach Sibirien verbannt.

  • 1918

    16. Juli: Nikolaus II. wird zusammen mit seiner Familie in Jekaterinburg (zwischenzeitlich: Swerdlowsk) von bolschewistischen Truppen ermordet.

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