Erich Heckel 1883-1970

Maler, Graphiker

  • 1883

    31. Juli: Erich Heckel wird als Sohn eines Eisenbahnbau-Ingenieurs in Döbeln (Sachsen) geboren.

  • 1901

    In der Schule beginnt die Freundschaft mit Karl Schmidt-Rottluff.

  • 1904

    Aufnahme eines Architekturstudiums an der Technischen Hochschule Dresden, wo er Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl (1880-1966) kennenlernt.

  • 1905

    Nach Abbruch des Studiums arbeitet Heckel als Zeichner und Bauaufseher bei einem Dresdener Architekten.
    Er gründet gemeinsam mit Schmidt-Rottluff, Bleyl und Kirchner die Künstlergemeinschaft "Die Brücke", die sich gegen die Akademien und die etablierten Kunstformen auflehnt.

  • 1906

    Auf der Dritten Kunstgewerbeausstellung begegnet er Max Pechstein, den er überzeugt, sich der "Brücke" anzuschließen.

  • 1907

    Heckel gibt die Arbeit im Architekturbüro auf, um sich ausschließlich der Graphik und Malerei zu widmen.

  • 1910

    Bei einem Berlin-Aufenthalt lernt er Otto Mueller kennen, der sich im selben Jahr der "Brücke" anschließt.

  • 1911

    Übersiedlung der "Brücke"-Maler nach Berlin, wo Heckel das Atelier von Mueller übernimmt. Hier werden Großstadtleben und Zirkuswelt zu seinen neuen Bildmotiven.

  • 1912

    Begegnung mit Lyonel Feininger und den Mitgliedern des "Blauen Reiters" Franz Marc und August Macke. Die Auseinandersetzung mit dem Kubismus und mit den Werken Robert Delaunays führt zu einer farbig zurückgenommenen Formensprache in Heckels Werk.
    Beteiligung der "Brücke" an der Sonderbundausstellung in Köln.

  • 1913

    27. Mai: Offizielle Auflösung der "Brücke".

  • 1914

    Beteiligung an der Werkbundausstellung in Köln.

  • 1915

    Heirat mit der Tänzerin Sida Riha.

  • 1915-1918

    Im Ersten Weltkrieg dient Heckel als freiwilliger Krankenpfleger in einer Formation des Roten Kreuzes in Flandern, wo er Max Beckmann begegnet. Heckels Abscheu vor den Greueln des Krieges schlägt sich in Holzschnitten und Lithographien wie dem Blatt "Verwundeter Matrose" (1915) nieder.
    Anläßlich einer Weihnachtsfeier der Verwundetensammelstelle in Ostende entsteht auf Zeltbahnen das Bild "Madonna von Ostende" (1915), das 1945 im Bergwerk Neustaßfurt verbrennt.

  • 1918

    Rückkehr nach Berlin.
    Ausstellung mit der "Novembergruppe" und Mitgliedschaft im "Arbeitsrat für Kunst", der sich als Anti-Akademie deutscher Künstler versteht.

  • ab 1920

    Heckel unternimmt zahlreiche Reisen durch Europa, die sich in hellfarbigen, lyrisch anmutenden Bildern niederschlagen. Die Werke dieser Zeit zeugen von einem engen Verhältnis zur Natur.

  • 1937

    Die Nationalsozialisten diffamieren Heckel als "entarteten Künstler", beschlagnahmen 729 seiner Werke aus deutschen Museen und erteilen ihm Ausstellungsverbot.
    Heckel nimmt Zuflucht in seiner Sommerwerkstatt an der Flensburger Förde. Er wendet sich der Technik des Aquarells zu, die ihm nicht mehr allein als Studie dient, sondern als Gattung gleichwertig wird.

  • 1940-1942

    Längere Arbeitsaufenthalte in Kärnten.

  • 1944

    Bei einem Bombenangriff wird sein Berliner Atelier zerstört, wobei sämtliche Druckstöcke und zahlreiche seiner Arbeiten vernichtet werden.
    Heckel siedelt nach Hemmenhofen (Bodensee) über.

  • 1949-1955

    Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Karlsruhe.

  • ab 1955

    Nach der Emeritierung lebt er zurückgezogen in Hemmenhofen.

  • 1970

    27. Januar: Erich Heckel stirbt in Radolfzell (Bodensee).

(ji/lw)
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