1873-1954

[Photo: Gertrud Bäumer, vor 1913]

[Photo: Gertrud Bäumer]



Gertrud Bäumer

Frauenrechtlerin, Politikerin



1873
12. September: Gertrud Bäumer wird in Hohenlimburg (Westfalen) als Tochter eines Pfarrers geboren.

1876
Die Familie zieht nach Pommern, wo der Vater Kreisschulinspektor wird.

1888
Nach dem Abschluß der Höheren Töchterschule in Halle/Saale besucht sie das Lehrerinnenseminar in Magdeburg.

1894
Lehrerinnentätigkeit in Halberstadt, Kamen und Magdeburg.

1896
Bäumer ist Mitbegründerin der Magdeburger Lehrerinnenvereinigung und lernt darüber die Führerin der bürgerlichen Frauenbewegung, Helene Lange, kennen.

1898-1900
Oberlehrerinnenstudium in Berlin.

1900-1904
Studium der Germanistik, Theologie, Philosophie und Soziologie.

ab 1901
Zusammen mit Lange gibt sie das fünfbändige "Handbuch der Frauenbewegung" heraus.

1904
Bäumer promoviert über Johann Wolfgang von Goethes (1749-1832) "Satyros".

1907-1910
Redakteurin bei "Neue Bahnen", der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF).

1910-1919
Als eine der führenden Persönlichkeiten der überkonfessionellen Frauenbewegung ist Bäumer Vorsitzende des Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF), des Dachverbands der bürgerlichen Frauenbewegung.

1912-1940
Zusammen mit Friedrich Naumann gibt sie die Zeitschrift "Die Hilfe. Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst" heraus.

1914
Im Ersten Weltkrieg gründet Bäumer den "Nationalen Frauendienst", um Frauen zur Kriegsunterstützung zu organisieren.

1916
Herausgeberin des Organs der bürgerlichen Frauenbewegung, "Die Frau".

1916-1920
Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts in Hamburg.

1919/20
Für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) ist sie Mitglied in der Verfassunggebenden Nationalversammlung.

1920-1930
Reichstagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der DDP.

1922
Als erste deutsche Ministerialrätin wird sie in die kulturpolitische Abteilung des Reichsinnenministeriums berufen und leitet das Schulreferat sowie die Jugendwohlfahrt.

1926
Sie wird beim Beitritt Deutschlands zum Völkerbund als Delegierte in die Kommission für soziale und humanitäre Fragen entsandt, obwohl sie zunächst jegliche internationalen Kontakte der organisierten Frauenbewegung abgelehnt hat.

1930-1932
Reichstagsabgeordnete für die Deutsche Staatspartei.

1933
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird sie vom Dienst suspendiert und mit Volksschullehrerpension entlassen.
Sie gibt trotz Gleichschaltung "Die Frau" weiterhin heraus und nähert sich der nationalsozialistischen Frauenpolitik an.
Umzug nach Gießmannsdorf (Schlesien).

1936
Bäumer wird als Herausgeberin von "Die Frau" abgesetzt.

1941
Nach weitgehendem Rückzug aus dem öffentlichen Leben erscheint ihr historischer Roman "Der Weg des Dante Alighieri".

1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg engagiert sie sich in Bamberg für den politischen Wiederaufbau in den westlichen Besatzungszonen und ist Gründungsmitglied der Christlich-Sozialen Union (CSU).

1946
Es erscheint "Der neue Weg der deutschen Frau".

1948
Umzug nach Bad Godesberg, wo sie die Christlich Demokratische Union (CDU) unterstützt.

1954
25. März: Gertrud Bäumer stirbt in den Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel.

(ka/lh)

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