Arno Holz 1863-1929

Schriftsteller

  • 1863

    26. April: Arno Holz wird als Sohn des Apothekers Hermann Holz und dessen Frau Franziska (geb. Werner) in Rastenburg (Ostpreußen, heute: Ketrzyn/Polen) geboren.

  • 1875

    Die Familie siedelt nach Berlin über.

  • 1881

    Er muß aus wirtschaftlichen Gründen das Gymnasium vor der Reifeprüfung verlassen.

  • ab 1881

    Holz arbeitet zunächst als Journalist, entscheidet sich dann aber für eine Existenz als freier Schriftsteller. Finanzielle Probleme begleiten fortan sein Leben.
    Er knüpft Kontakte zum Berliner Naturalistenverein "Durch", in dem er u. a. Gerhart Hauptmann kennenlernt.

  • 1883

    Erste eigenständige Gedichtpublikation "Klinginsherz!".

  • 1886

    Die Lyriksammlung "Buch der Zeit. Lieder eines Modernen" erscheint. Sie enthält die erste Fassung des später immer wieder erweiterten und überarbeiteten Gedichtzyklus "Phantasus". Dieser gilt als eigentliches Lebenswerk des Dichters.

  • ab 1887

    Freundschaft und Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller Johannes Schlaf (1862-1941). Beide tragen entscheidend zur Entstehung des konsequenten Naturalismus bei, der in exakter Nachahmung der Realität neue Wirkungsmöglichkeiten für die Literatur sucht.

  • ab 1889

    Die in Zusammenarbeit mit Schlaf entstandenen experimentellen Prosaskizzen "Papa Hamlet" erscheinen unter dem gemeinsamen Pseudonym Bjarne P. Holmsen. Mit Hilfe des sogenannten Sekundenstils soll die Wirklichkeit auch in ihren zeitlichen Abläufen minuziös abgebildet werden. Gemeinsam veröffentlichen sie außerdem das Drama "Die Familie Selicke" (1890) und die Prosaskizze "Neue Gleise" (1892).
    Zu den Mitbegründern des Theatervereins "Freie Bühne" zählt auch Holz. Die dort vereinigten naturalistischen Dramatiker versuchen, durch die Aufführung in geschlossenen Vorstellungen die Zensur zu umgehen.

  • 1890

    Die Zeitschrift "Freie Bühne" wird gegründet. Holz fungiert kurzzeitig als erster Schriftleiter.

  • 1891/92

    Mit der programmatischen Schrift "Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze" wird Holz auch zum führenden theoretischen Kopf des Naturalismus. In die Schrift führt er seine berühmt gewordene Formel "Kunst = Natur - x" ein. Holz strebt die Annäherung der Kunst an die Natur an. Alle subjektiven Faktoren sollten möglichst ausgeschaltet werden.

  • 1893

    Holz heiratet Emilie Wittenberg. Aus der Ehe gehen drei Söhne hervor.

  • 1896

    In der Komödie "Socialaristokraten" entwirft Holz eine Satire auf den naturalistischen "Friedrichshagener Dichterkreis". Er kritisiert darin den Widerspruch zwischen der proklamierten Annäherung an die soziale Wirklichkeit und der tatsächlichen elitären Haltung vieler Schriftsteller.

  • 1898/99

    Die Lyriksammlung "Phantasus" erscheint in zwei Heften mit jeweils 50 reimlosen Gedichten. Mit der Abkehr von Strophe, Reim und traditioneller Metrik sowie der Ausrichtung der Verse an einer imaginären Mittelachse soll die Aufmerksamkeit auf Rhythmus und Inhalt der einzelnen Zeile gelenkt werden.

  • 1899

    Sein theoretisches Werk "Revolution der Lyrik" erscheint.

  • ab 1900

    Beginn der Auseinandersetzungen zwischen Holz und Schlaf um ihren jeweiligen Anteil an den gemeinsamen Veröffentlichungen.

  • 1904

    In seiner Lyriksammlung "Dafnis" parodiert Holz die Sprech- und Schreibweise der Barockliteratur.

  • 1908-1913

    Sein ursprünglich auf zehn Stücke hin angelegter Dramenzyklus "Berlin - Die Wende einer Zeit in Dramen" bleibt mit der Veröffentlichung der Künstlertragödie "Sonnenfinsternis" (1908) und des Weltanschauungsstücks "Ignorabimus" (1913) ein Torso.

  • 1923

    Holz erhält die Ehrendoktorwürde der Universität Königsberg.

  • 1924/25

    Erste Gesamtausgabe des "Phantasus" in drei Bänden.

  • 1926

    Holz wird in die Sektion für Dichtkunst der Preußischen Akademie der Künste berufen. Mehrfach wird er für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.
    Holz läßt sich von seiner Frau Emilie scheiden und ehelicht im selben Jahr Anita Gewelke.

  • 1929

    26. Oktober: Arno Holz stirbt in Berlin-Wilmersdorf.

Rebekka von Mallinckrodt
17. September 2014
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