Detlev von Liliencron 1844-1909

Schriftsteller

  • 1844

    3. Juni: Detlev von Liliencron wird als Friedrich Freiherr von Liliencron in Kiel geboren. Seine Eltern, Louis Freiherr von Liliencron und Adeline (geb. von Harten), gehören dem verarmten Adel an.

  • 1864-1871

    Mit einem Füsilierregiment nimmt er am Preußisch-Österreichischen Krieg sowie am Deutsch-Französischen Krieg teil.

  • 1875

    Aufgrund seiner hohen Schuldenlast muss er seinen Abschied vom Militär nehmen.

  • 1875-1877

    Er versucht sein Glück erfolglos in den USA.

  • 1878

    Nach Deutschland zurückgekehrt, tritt er in den preußischen Verwaltungsdienst ein.
    Heirat mit Helene von Bodenhausen, die ihn schon ein Jahr später verlässt.

  • 1881

    Publikation erster Gedichte und Novellen.

  • 1882

    Liliencron arbeitet als Hardesvogt auf der Hallig Pellworm und schreibt an seinen Kriegsnovellen.
    Beförderung zum Hauptmann der Landwehr der Reserve.

  • 1883

    Sein erster Lyrikband "Adjutantenritte und andere Gedichte" macht ihn vor allem unter Naturalisten bekannt.
    Oktober: Ernennung zum Kirchspielvogt in Kellinghusen (Holstein).

  • 1885

    Scheidung von seiner ersten Frau und - wiederum wegen Schulden - Ausscheiden aus dem Staatsdienst. Er versucht, als freier Schriftsteller zu leben.

  • 1885-1888

    Veröffentlichung verschiedener Dramen, die jedoch ohne Resonanz bleiben.

  • 1887

    Heirat mit der Gastwirtstochter Augusta Brand.
    Das Theaterstück "Arbeit adelt" wird veröffentlicht.

  • 1888

    Liliencron knüpft Kontakte zum naturalistischen Friedrichshagener Dichterkreis.

  • 1890/91

    Die Schillerstiftung finanziert ihm einen Aufenthalt in München, wo seine Gedichte unter anderem in der Zeitschrift "Die Gesellschaft" veröffentlicht werden.

  • 1891

    Nach seiner Übersiedlung nach Hamburg-Ottensen erscheint der Novellenband "Krieg und Frieden".

  • 1892

    Nach der Scheidung von seiner zweiten Frau zieht er nach Altona.

  • 1896

    Sein Hauptwerk "Poggfred. Kunterbuntes Epos in zwölf Cantussen" (Episoden) ist dem befreundeten Richard Dehmel gewidmet. In ihm versammelt er die wichtigsten Motive seiner Lyrik: Naturerleben, Träume, Krieg und Mythologie. Seine Gedichte gelten in ihrem Stil dem Impressionismus in der Malerei eng verwandt.
    Der erste Band der neunbändigen Gesamtausgabe erscheint.

  • 1898

    Da er immer noch hoch verschuldet ist, versucht er, mit Vortragsreisen Geld zu verdienen.

  • 1899

    Heirat mit der Bauerstochter Anna Michel, mit der er zwei Kinder hat.

  • 1900

    Aus Geldnot tritt er im literarischen Kabarett "Überbrettl" auf.
    "Ausgewählte Gedichte".

  • 1901

    Mit Hilfe von Freunden kann er endlich eine feste Wohnung in Alt-Rahlstedt (heute: Hamburg) beziehen. Außerdem erhält er von Kaiser Wilhelm II. ein jährliches Ehrengehalt von 2.000 Mark.

  • 1904

    Die zweite Fassung von "Poggfred" mit nun 24 Cantussen erscheint.
    Zu seinem 60. Geburtstag wird er mit einer deutschen und einer österreichischen Festschrift geehrt. Die bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller würdigen darin sein Werk. Trotz seiner konservativen Züge wird er als wichtiger Vertreter der literarischen Moderne anerkannt.
    Beginn der 15-bändigen Gesamtausgabe.

  • 1908

    Er verfasst seinen autobiographischen Roman "Leben und Lüge".

  • 1909

    Liliencron erhält zahlreiche Ehrungen zum 65. Geburtstag, so die Ehrendoktorwürde der Universität Kiel.
    Reise zu den Schlachtfeldern des Deutsch-Französischen Krieges.
    22. Juli: Detlev von Liliencron stirbt an einer Lungenentzündung in Alt-Rahlstedt.

Levke Harders
15. September 2015
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