Rudolf Höß 1900-1947

Militär

  • 1900

    25. November: Rudolf Höß wird als Sohn eines Kaufmanns in Baden-Baden geboren. Sein Vater ist strenggläubiger Katholik und wünscht, daß sein Sohn Priester werde.

  • 1915

    Ein Jahr nach dem Tod des Vaters meldet sich der 15jährige als Kriegsfreiwilliger zur Armee.

  • 1916-1918

    Während des Ersten Weltkriegs wird er unter anderem in der Türkei an der Front eingesetzt.

  • 1917

    Höß wird jüngster Unteroffizier des Heeres und wegen Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz I. und II. Klasse ausgezeichnet.

  • 1919

    Nach Kriegsende schließt sich Höß dem Freikorps Roßbach an, mit dem er an Kämpfen im Baltikum, im Ruhrgebiet und in Oberschlesien teilnimmt.

  • 1922
  • 1923

    Höß ist an der Ermordung seines früheren Volksschullehrers Walter Kadow (1860-1923) beteiligt. Dieser soll Albert Leo Schlageter an die französischen Besatzungsbehörden verraten haben, die ihn wegen Widerstands gegen die Besetzung des Ruhrgebiets mit dem Tode bestraften.

  • 1924

    15. März: Wegen Beteiligung an der Ermordung Kadows, dem "Parchimer Fememord", Verurteilung zu einer zehnjährigen Haftstrafe. Sein Komplize Martin Bormann wird zu einer einjährigen Haft verurteilt.

  • 1928

    14. Juli: Im Rahmen einer allgemeinen Amnestie wird Höß entlassen.
    Er wird Mitglied des nationalistisch-völkischen Artamanen-Bunds.

  • 1929

    Heirat mit Hedwig Hensel, aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor.

  • 1934

    Juni: Auf Anregung von Heinrich Himmler, einem der Führer des Artamanen-Bunds, tritt Höß der Schutzstaffel (SS) bei und wird als Block- und Rapportführer im Konzentrationslager (KZ) Dachau eingesetzt.

  • 1938

    August: Höß wird zum Hauptsturmführer befördert und in das KZ Sachsenhausen bei Berlin versetzt. Dort ist er zunächst als Adjutant des Lagerkommandanten tätig; im Dezember folgt die Ernennung zum Schutzhaftlagerführer.

  • 1940

    4. Mai: Versetzung als Lagerkommandant in das KZ Auschwitz.

  • 1941

    September: Erstmaliger Einsatz des Giftgases Zyklon B in Auschwitz zur Ermordung mehrerer Hundert sowjetischer Kriegsgefangener. Ab 1942 beginnt Höß das Lager systematisch auf die Ermordung von Menschen mit Giftgas vorzubereiten und baut es zum größten nationalsozialistischen Vernichtungslager aus. Er rühmt sich später, das Giftgas als erster "erfolgreich" eingesetzt zu haben, es habe eine "vernünftige" und "hygienische Verbesserung des Vernichtungsapparates" dargestellt.

  • 1943

    9. November: Er wird von seinem Posten in Auschwitz abberufen und Leiter der für die Konzentrationslager zuständigen Amtsgruppe D im SS-Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamt (WVHA).
    Höß wird Stellvertreter von Richard Glücks (1889-1945), dem Inspekteur der Konzentrationslager im WVHA.

  • 1944

    Mai: Nochmalige Leitung des KZ Auschwitz.
    Ab Ende Juni: Auf Himmlers Wunsch Leitung und Überwachung der so genannten Aktion Höß, bei der innerhalb von 56 Tagen über 400.000 ungarische Juden ermordet werden.

  • 1945

    Nach Kriegsende gibt sich Höß als Franz Lang sowie als Bootsmann der Marine aus und arbeitet, nachdem er aus einem Kriegsgefangenen-Sammellager entlassen worden ist, in der Landwirtschaft.

  • 1946

    11. März: Er wird erkannt und durch die britische Militärpolizei bei Flensburg verhaftet.
    Während der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse sagt Höß als Entlastungszeuge für Ernst Kaltenbrunner und Oswald Pohl aus. Höß sieht sich als Befehlsempfänger und weist alle Schuld und Mitverantwortung für den Tod von, wie er eidesstattlich erklärt, "ungefähr drei Millionen" Menschen von sich.
    25. Mai: Er wird den polnischen Behörden überstellt.

  • 1947

    2. April: Das Oberste Polnische Volksgericht in Warschau verurteilt ihn zum Tode.
    16. April: Vor seinem früheren Wohnhaus auf dem Lagergelände von Auschwitz, in dem er mit seiner Frau und seinen fünf Kindern lebte, wird Rudolf Höß erhängt.

  • 1958

    Seine autobiographischen Aufzeichnungen erscheinen unter dem Titel "Rudolf Höß - Kommandant in Auschwitz". Höß schildert sich darin als einen mit starkem Pflichtbewusstsein aufgewachsenen Menschen, der stets guten Gewissens gehandelt habe und bekennt sich zur "hohen Tugend des militärischen Gehorsams".

(mü/as/wö)
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