Logo und Schriftzug des Deutschen Historischen Museums und eine Ansicht der neuen Ausstellungshalle von I.M.Pei neben dem Zeughaus
German Historical Museum
 
  Zeughauskino

 

Kino im Zeughaus | Programm | Programmarchiv

S - wie Sonderprogramm | Cinefest: Cinema Trans-Alpino | Wiederentdeckt | Regie und Regiment

Berlin zur Kaiserzeit | Don Juan | Sammeln und Ausstellen | Kinematografie heute: Japan | Antike Welten

 


    BERLIN ZUR KAISERZEIT

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT

Noch bis zum 6. März kann im Deutschen Historischen Museum die Ausstellung BEGAS – MONUMENTE FÜR DAS KAISERREICH besucht werden, die dem Bildhauer Reinhold Begas gewidmet ist. Als Schöpfer einiger der bekanntesten Denkmäler Berlins und als Porträtist herausragender Persönlichkeiten hat Begas die Bildwelt des Kaiserreichs gestaltet. Das Zeughauskino begleitet diese Ausstellung mit der Filmreihe BERLIN ZUR KAISERZEIT. Zwei Kurzfilmprogramme präsentieren das kaiserliche Berlin in dokumentarischen Filmaufnahmen bis 1918 sowie die Bauten und Denkmäler des Kaiserreichs in Kultur- und Dokumentarfilmen der 1930er bis 1950er Jahre. Dabei werden einige seltene, eigens für diese Programme gesicherte Filmkopien vorgeführt werden. Vier abendfüllende Dokumentarfilme, die auf die historischen Filmdokumente des kaiserlichen Berlins zurückgreifen, ergänzen die Filmreihe.

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT
Herrliche Zeiten
BRD 1950, R: Erik Ode, D: Willy Fritsch, 95’ 35 mm

„Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen“ hatte Kaiser Wilhelm II. seinen Untertanen versprochen. Fünfzig Jahre später begleitet der Kabarettist Günter Neumann den Durchschnittsbürger August Schulze durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Willy Fritsch spielt den kleinen Mann, der blind den Versprechen der jeweiligen Machthaber anhängt und immer wieder unverdrossen „herrliche Zeiten“ ersehnt: „August Schulze ist der Durchschnittsdeutsche, ewig gutgläubig, ewig unbelehrbar, er ist der Wähler, der kleine Pg., das Kanonenfutter, der kleine Mann, mit engem Horizont, stets das glaubend, was man ihm vorsetzt.“ Die satirische Zeitrevue endet vor den Ruinen des Reichstags. Es bleibt offen, ob August Schulze diesmal seine Lektion gelernt hat.
Aus den Beständen des privaten Filmarchivs von Albert Fidelius kompiliert, unternehmen Günter Neumann (Buch und Musik) und Erik Ode (Regie) in dieser (film)historischen Revue eine Vergangenheitsbewältigung der kabarettistischen Art. Neben Willy Fritsch wirken u.a. mit: Kaiser Wilhelm II, der Hauptmann von Köpenick, Asta Nielsen, Erich Ludendorff, Heinrich Zille, Adele Sandrock, Benito Mussolini, Charlie Chaplin, Harry Piel, Josef Stalin, Harald Lloyd, Adolf Hitler, Buster Keaton und als Kinoerklärer Bruno Fritz. (jg)

Einführung: Jeanpaul Goergen       
am 28.1.2011 um 19.00 Uhr
am 29.1.2011 um 21.00 Uhr

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT
Berlin zur Kaiserzeit – Glanz und Schatten einer Epoche
BRD 1985, R: Irmgard von zur Mühlen, 86’ 35 mm

Mit historischen Filmaufnahmen und noch mehr zeitgenössischen Fotos und Dokumenten zeichnet Irmgard von zur Mühlen ein buntes Kaleidoskop der Reichshauptstadt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Dem Glanz der Metropole und seiner repräsentativen Bauten stellt sie die dunklen Hinterhöfe und das harte Los der Fabrikarbeiter entgegen. Gezeigt wird der Alltag der Berliner, der Verkehr in der Friedrichstraße, die neusten Modeschöpfungen und die Not der Obdachlosen. In der Nacht locken Bars, Restaurant, Theater und die ersten Kinostars. Die Wochenschau informiert über kleine und größere Verkehrsunfälle in der Stadt. Am Wochenende vergnügt sich der Berliner am Wannsee, treibt Sport oder besucht eine Flugschau. Die jüdische Gemeinde ist Teil des Berliner Lebens. Immer wieder ist der Kaiser und seine Familie zu sehen, bei Empfängen und Hochzeiten, Aufmärschen und Paraden. Auch die Berliner ziehen begeistert in den Ersten Weltkrieg, bis im November 1918 die Revolution das Kaiserreich hinwegfegt. – Es sprechen u.a. Martin Held und Carl Raddatz. (jg)

am 28.1.2011 um 21.00 Uhr
am 6.2.2011 um 21.00 Uhr

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT
Monarchie und Moderne.
Das kaiserliche Berlin in historischen Filmdokumenten 1896 bis 1918

Die ersten dokumentarischen Filmaufnahmen von Berlin zeichnen die Reichshauptstadt vor allem als pulsierende Metropole. Ende 1896 filmt ein Operateur der Gebrüder Lumière den Großstadtverkehr in der Friedrichstraße, am Potsdamer Platz und am Halleschen Tor; im gleichen Jahr halten die Gebrüder Skladanowsky Leben und Treiben am Alexanderplatz sowie einen Alarm bei der Berliner Feuerwehr fest. Bereits früh ist der Aufzug der Wache Unter den Linden ein beliebtes Filmmotiv; die British Mutoscope and Biograph interessiert sich 1897 aber auch für das rege Treiben im Luna-Park am Halensee. Am 28. August 1909 kreuzt zum ersten Mal ein Zeppelin (LZ 6) über der Stadt. An einem Wintertag vergnügt sich die bessere Gesellschaft im Grunewald. Nach seiner Entlassung 1910 besucht der „Hauptmann von Köpenick“ einen Gönner. Die Hochbahn fährt über Stralauer Tor, Oranienstraße, Kottbusser Tor und Möckernbrücke. Der Provinzler Mericke aus Neu-Ruppin macht seine eigenen Erfahrungen mit dem modernen Berlin. Asta Nielsen führt die neueste Mode vor. 1913 begeht Berlin die Jahrhundertfeier der Befreiungskriege, Prinzessin Viktoria Luise heiratet den Prinzen Ernst August von Cumberland und die Stadt feiert den Geburtstag von Kaiser Wilhem II. Eine Autofahrt durch die Stadt führt auch zum Kaiser-Wilhlem-Nationaldenkmal von Reinhold Begas am Stadtschloss. 1918 gelingen von Bord des Luftschiffes L 35 seltene Luftaufnahmen von Berlin und Potsdam. (jg)

Klavierbegleitung: Peter Gotthardt
Einführung: Jeanpaul Goergen

am 29.1.2011 um 19.00 Uhr
am 1.2.2011 um 20.00 Uhr

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT
Damals in Berlin.
Bauten und Denkmäler des Kaiserreichs in Kultur- und Dokumentarfilmen der 1930er bis 1950er Jahre

1937 flaniert Leo de Laforgue mit seiner Handkamera durch Berlin: In Berliner Bilderbogen sieht man auch das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal und den Schlossbrunnen von Reinhold Begas. Mit Berliner Schnauze kommentiert ein Droschkenkutscher in Kleiner Bummel durch Berlin (1938) Denkmäler und Statuen. 1940 hält der Kulturfilm Der Frühling erobert Berlin noch einmal die unzerstörte Stadt fest: Die Schneeberge schmelzen, Frühling und Frühsommer locken die Berliner in den Tiergarten und in die unter der künstlerischen Leitung von Begas errichtete Siegesallee. 1943 erinnert der Kompilationsfilm Damals in der Großstadt mit Originalaufnahmen an die Zeit um 1910. In Das grüne Herz von Berlin blättert Paul Lieberenz 1956 in der Chronik des Tiergartens und zeigt auch die zerstörten Denkmäler der Siegesallee. 1946 berichtet die DEFA-Wochenschau Der Augenzeuge über die Freilegung des Begas-Brunnens: 1951 eingelagert, wird er in Lauchhammer restauriert und 1969 zwischen Marienkirche und Roten Rathaus neu aufgestellt. Diese Arbeiten wurden auf Farbfilm dokumentiert. (jg)

Einführung: Jeanpaul Goergen
am 30.1.2011 um 19.00 Uhr
am 9.2.2011 um 20.00 Uhr

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT
Kaiser, Bürger und Genossen
BRD 1971, R: Franz Baake, Jost von Morr, 89’ 35 mm

Zum 100. Gründungstag der Kaiserreichs gibt der Berliner Produzent Bengt von zur Mühlen (Chronos-Film) einen abendfüllenden Dokumentarfilm über Aufstieg und Untergang des Zweiten Deutschen Kaiserreiches (1871-1918) in Auftrag. Kaiser, Bürger und Genossen zeigt die Welt der Aristokratie und des Großbürgertums, die rasanten Fortschritte in Wissenschaft und Technik, die industrielle Entwicklung, das Elend des Proletariats und die daraus folgenden sozialen Kämpfe, schließlich die Katastrophe des Weltriegs und den Zusammenbruch der Monarchie. „Anonyme Kameramänner aus Schweden, Frankreich, England, Amerika und der Schweiz zeigen Kaiser Wilhelm II. auf seinem Reitsattel am Schreibtisch, die SPD-Reichstagsfraktion hinterm Sarg von August Bebel und den Bau der ersten Berliner U-Bahn. Sie zeigen Damenringkämpfe, Zeppeline, Denkmalsenthüllungen, Schiffskatastrophen und einen jüdischen Feldgottesdienst im gut dokumentierten Ersten Weltkrieg. Vor allem aber demonstrieren sie ihr Berufsethos: Nur an glanzvollen Staatsaktionen, an Sensationen und Kuriosa waren sie interessiert – für soziale Mißstände, für Streiks, Demonstrationen fand zur Mühlen, der sich rühmt, ‚alles verfügbare Material’ zu besitzen, kaum einen gefilmten Beleg.“ (Der Spiegel, 27.9.1971). (jg)

am 30.1.2011 um 21.00 Uhr

 

BERLIN ZUR KAISERZEIT
Majestät brauchen Sonne
D/NL 1999, R: Peter Schamoni, 126’    35 mm

Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser, zelebrierte seine öffentlichen Auftritte überwiegend bei gutem Wetter – schon bald stand „Kaiserwetter“ sprichwörtlich für strahlenden Sonnenschein. Peter Schamoni porträtiert den Monarchen vor allem als ersten deutschen Film- und Medienstar. „Diese anderthalb Stunden bestehen zu annähernd neunzig Prozent aus Originalmaterial, bewegten Bildern aus der Zeit von der letzten Jahrhundertwende bis in den Zweiten Weltkrieg. Namentlich die Aufnahmen aus den Jahren vor 1914 sind weithin unbekannt. Solche filmischen Veröffentlichungen sollten Schule machen. Auch zeigt sich, dass der Kinofilm mit seinem längeren Atem und seinem großen Format ganz andere Eindrücke herzustellen vermag als die historischen Fernsehserien mit ihrem Kleinklein aus Filmschnipseln, nachgestellten Szenen und Zeugenaussagen.“ (Gustav Seibt, Die Zeit, 9.11.2000). Ein besonderes Fundstück ist ein farbiges Sujet der französischen Wochenschau Gaumont über die Hochzeitsfeier von Wilhelms einziger Tochter Viktoria Luise am 24. Mai 1913, aufgenommen nach dem dreifarbigen „Chronochrome Gaumont“ Verfahren. – Es sprechen u.a. Mario Adorf und Otto Sander. (jg)

am 2.2.2011 um 20.00 Uhr

 

 

 

 
 
Filmarchiv