Frank Wedekind 1864-1918

Dramatiker, Lyriker

  • 1864

    24. Juli: Frank (eigtl. Benjamin Franklin) Wedekind wird in Hannover als Sohn des Arztes Friedrich Wilhelm Wedekind und dessen Ehefrau Emilie (geb. Kammerer) geboren.

  • 1871

    Der Vater - ehemaliger Paulskirchenabgeordneter und amerikanischer Staatsbürger - verläßt als Gegner des Wilhelminischen Kaiserreichs Deutschland und zieht nach Lenzburg (Schweiz).

  • 1881

    Wegen schulischer Schwierigkeiten erhält Frank Wedekind Privatunterricht.

  • 1884

    Abitur und erste selbständige Veröffentlichung. Er studiert ein Semester deutsche und französische Literatur in Lausanne und wechselt dann auf Wunsch des Vaters zum Jurastudium nach München.

  • 1885

    Er verfaßt Gedichte, Prosa und eine Komödie.

  • 1886

    Nach dem Bruch mit dem Vater, der ihm aufgrund mangelnder Studienleistungen jegliche finanzielle Unterstützung entzieht, arbeitet Wedekind im Reklame- und Pressebüro der Firma Maggi & Co.

  • 1888

    Tod des Vaters.

  • 1889

    Wedekind übersiedelt nach München, wo er Kontakte zu den Naturalisten um Michael Georg Conrad (1846-1927) knüpft.

  • 1891

    Fertigstellung des Dramas "Frühlings Erwachen. Eine Kindertragödie".

  • 1895

    Er reist nach Paris, London, Zürich und Berlin. Im Verlag Albert Langen in München erscheint "Der Erdgeist. Tragödie in vier Aufzügen".

  • 1896

    Wedekind gründet die Zeitschrift "Simplicissimus" mit und veröffentlicht dort unter verschiedenen Pseudonymen.
    Beziehung mit Frida Strindberg.

  • 1897

    Geburt des Sohnes Friedrich Strindberg-Wedekind.

  • 1898

    "Der Erdgeist" wird in Leipzig uraufgeführt. Wedekind setzt sich in die Schweiz ab, da er wegen einer Satire auf Wilhelm II. im "Simplicissimus" gesucht wird.

  • 1899

    Nach einem Aufenthalt in Paris kehrt er nach Deutschland zurück und wird zu sechs Monaten Festungshaft auf der Festung Königstein verurteilt.

  • 1901

    Geburt des Sohnes Frank Zellner-Wedekind, des Kindes von Wedekind und Hildegard Zellner, Hausmädchen bei Wedekind.

  • 1902-1908

    Wedekind bestreitet seinen Lebensunterhalt größtenteils als Kabarettist und Schauspieler in eigenen Stücken.

  • 1904

    "Die Büchse der Pandora" wird uraufgeführt. Die Buchausgabe des Verlags Bruno Cassirer wird wegen Unzüchtigkeit beschlagnahmt. 1934 vertont Alban Berg (1885-1935) die Vorlage unter dem Titel "Lulu".

  • 1906

    Verleger und Autor werden vom Vorwurf der Verbreitung unzüchtiger Schriften freigesprochen, die Restauflage des Buches wird jedoch eingestampft. Wedekind heiratet die Schauspielerin Tilly Newes. Aus der Ehe gehen zwei Töchter hervor.
    Uraufführung von "Frühlings Erwachen" an den Berliner Kammerspielen unter der Regie von Max Reinhardt. Die Inszenierung begründet Wedekinds Stellung als einer der meistgespielten Dramatiker seiner Zeit.

  • 1908

    Uraufführung von "Musik" und "Zensur".

  • 1912

    Erster Wedekind-Zyklus an Reinhardts Deutschem Theater in Berlin. Den Erfolg feiern Reinhardt, Werner Sombart, Alfred Kerr und andere mit einem Festbankett.
    "Schloß Wetterstein" erscheint als Buchausgabe.

  • 1914

    Zweiter Wedekind-Zyklus am Deutschen Theater. Bei Beginn des Ersten Weltkriegs hält Wedekind eine nationalistisch anmutende Rede mit dem Titel "Deutschland bringt die Freiheit". Trotzdem werden zahlreiche seiner Stücke von der Zensur verboten.

  • 1918

    9. März: Frank Wedekind stirbt in München.

(st)
lo