Hermann Fischer 1873-1940

Politiker, Bankier, Jurist

  • 1873

    22. November: Hermann Fischer wird in Magdeburg als Sohn des Bauunternehmers Hermann Fischer und dessen Ehefrau Johanne (geb. Mann) geboren.

  • 1898

    Heirat mit Nelli Spoerer, Tochter eines Geheimen Baurats. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.

  • 1899

    Abschluss seines Jurastudiums in Bonn und Straßburg mit der Promotion.

  • 1900

    Fischer lässt sich in Köln als Rechtsanwalt nieder.
    Gleichzeitig ist er als Dozent für Jura an der Kölner Handelsschule tätig.

  • 1902

    Fischer gründet den Jungliberalen Reichsverband.

  • 1906

    Er wird in den Vorstand des Schaafhausenschen Bankvereins gewählt.

  • 1913

    Anlässlich der Fusionierung des Schaafhausenschen Bankvereins mit der Disconto-Gesellschaft wird Fischer deren Geschäftsführer.

  • 1914-1916

    Im Ersten Weltkrieg wird er als Rittmeister der Reserve an der Front eingesetzt. Fischer erhält das Eiserne Kreuz Erster und Zweiter Klasse.

  • 1916-1918

    Er wird als Referent für die Eisen- und Stahlwirtschaft in das preußische Kriegsministerium berufen.

  • 1918/19

    Nach Kriegsende ist er als führender Referent im Ministerium für die wirtschaftliche Demobilmachung tätig.

  • ab 1919

    Mitglied des Aufsichtsrats der Disconto-Gesellschaft, der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft (AEG) sowie der Deutschen Bank.

  • 1919

    Fischer ist zusammen mit Friedrich Naumann und anderen Mitglied des vorläufigen Hauptvorstands der neu gegründeten linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP).
    Februar: Auf dem außerordentlichen Parteitag der DDP spricht sich Fischer gegen ein Mitbestimmungsrecht der Arbeiter aus.

  • 1920-1930

    Mitglied des Reichstags für die DDP.
    Fischer gilt als Sachverständiger für Steuer-, Haushalts- und Finanzfragen.

  • 1920

    In der Nationalversammlung bleibt Fischer der Abstimmung über das Betriebsrätegesetz fern. Die DDP hatte sich entschlossen, aus Rücksicht auf die Koalitionspolitik mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) für das Gesetz zu stimmen.

  • 1922-1933

    Fischer ist Präsident des Hansabundes für Gewerbe, Handel und Industrie. Der Bund, dem auch Hugo Stinnes angehört, fordert weniger Mitbestimmungsmöglichkeiten für Gewerkschaften und einen möglichst geringen staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft.

  • 1929/30

    Fischer nimmt den stellvertretenden Parteivorsitz der DDP wahr.

  • 1929

    Er wird in das Präsidium des Demokratischen Klubs gewählt. Die DDP nahe Organisation nimmt gegen einen Jahresbeitrag von 100 Reichsmark nur von Mitgliedern vorgeschlagene Bewerber auf, die sich zur demokratischen Staatsauffassung bekennen.

  • 1930

    Fischer kritisiert den Zusammenschluss der DDP mit dem paramilitärischen Jungdeutschen Orden und der Volksnationalen Reichsvereinigung zur Deutschen Staatspartei (DStP).
    Mitglied des Reichstags für die DStP.

  • 1932

    Er legt sein Amt als Schatzmeister der DStP nieder.
    Fischer setzt sich erfolglos für die Bildung einer neuen liberalen, bürgerlichen Partei ein, die sich dem wachsenden Einfluss der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) entgegenstellt. Er fürchtet insbesondere die Pläne Gregor Strassers zur Verstaatlichung führender Industriezweige.

  • 1933

    Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Fischer vermutlich von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Schutzhaft genommen.

  • ab 1933

    Fischer ist als Rechtsanwalt und Notar in Berlin tätig.

  • 1933-1935

    Bis zum Erlass der "Nürnberger Gesetze" führt Fischer mit zwei jüdischen Kollegen eine Gemeinschaftspraxis.

  • 1939

    Fischers Name ist in der Übersicht "Erfassung führender Männer der Systemzeit (Liberalisten - Pazifisten) des Sicherheitsdienstes (SD) verzeichnet.

  • 1940

    24. August: Hermann Fischer stirbt in Berlin.

Susanne Eckelmann
14. September 2014

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