Lion Feuchtwanger 1884-1958

Schriftsteller

  • 1884

    7. Juli: Lion Feuchtwanger wird als Sohn des jüdischen Fabrikanten Sigmund Feuchtwanger und dessen Frau Johanna (geb. Bodenheimer) in München geboren.

  • ab 1903

    Er studiert Germanistik und Geschichte in München.
    In dieser Zeit verkehrt er in den Kreisen der Münchener Bohème und verfaßt seine ersten Dramen, Erzählungen und Theaterkritiken.

  • 1907

    Dissertation über Heinrich Heines (1797-1856) "Rabbi von Bacharach".

  • ab 1907

    Arbeit als Dramaturg am Theater in München.

  • 1912

    Heirat mit Marta Loeffler, die ein Kind von ihm erwartet. Seine Tochter stirbt kurz nach der Geburt.

  • 1914

    Feuchtwanger wird auf einer Tunesien-Reise mit seiner Frau vom Beginn des Ersten Weltkriegs überrascht. Mit Mühe entgeht er einer französischen Internierung.

  • ab 1914

    Militärdienst in München, aus dem er krankheitshalber vorzeitig entlassen wird.
    Feuchtwangers Theaterstücke bekommen in dieser Zeit einen mehr politischen Inhalt: Er wird einer der frühen Kriegsgegner.

  • 1918

    Arbeit an dem dramatischen Roman "Thomas Wendt".
    Veröffentlichung des Dramas "Jud Süß", das er kurze Zeit später trotz großen Erfolges zurücknimmt und zum Roman erweitert, den zunächst niemand verlegen will.

  • 1923

    Publikation des historischen Romans "Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch" über jene Tiroler Gräfin, die sich vergeblich bemühte, das Handicap ihrer Häßlichkeit und ihre Außenseiterrrolle zu überwinden.

  • 1924

    Zusammen mit seinem Freund Bertolt Brecht Bearbeitung des Stückes "Leben Eduards des Zweiten von England".

  • 1925

    Herausgabe des Romans "Jud Süß". Feuchtwanger erzählt darin den Fall des Joseph Süß Oppenheimer, des Finanzberaters eines württembergischen Herzogs, der 1738 in einem aufsehenerregenden Prozeß zum Tode verurteilt und grausam hingerichtet wurde. Für Feuchtwanger zeigen sich in dieser Geschichte Parallelen zum Leben Walther Rathenaus und zur Frage nach der Möglichkeit einer Assimilierung der Juden in Deutschland.
    Übersiedlung nach Berlin.
    Er zieht sich aus dem Theaterleben zurück.

  • 1927

    Uraufführung des Stückes "Die Petroleuminsel".

  • 1930

    Sein erster zeitgeschichtlicher Roman " Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz" erscheint. Er schildert die Geschichte Bayerns von 1921 bis 1924 und geht auch auf den Putsch Adolf Hitlers vom 9. November 1923 ein.

  • 1932

    Publikation des ersten Bandes der Trilogie "Josephus" unter dem Titel "Der jüdische Krieg".

  • 1933

    Während der nationalsozialistischen Machtübernahme hält sich Feuchtwanger aufgrund einer Vortragsreise in den USA auf. Er kehrt nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern läßt sich in Sanary-sur-mer (Frankreich) nieder.
    Sein Haus in Berlin wird von den Nationalsozialisten durchsucht, geplündert und beschlagnahmt. Zahlreiche Manuskripte gehen dabei verloren.
    Feuchtwanger wird als Schriftsteller politisch tätig: Sein Roman "Die Geschwister Oppenheim" schildert das Schicksal einer deutsch-jüdischen Familie in Berlin zur Zeit des NS-Regimes.

  • 1935

    Der zweite Band der Trilogie "Josephus" erscheint unter dem Titel "Die Söhne".

  • 1936

    Die Hitler-Satire "Der falsche Nero" erscheint.

  • 1940

    Feuchtwangers Hinwendung zum Sozialismus manifestiert sich in dem Roman "Exil".
    Während des Zweiten Weltkriegs wird er in dem Lager Les Milles bei Aix-en-Provence interniert, aus dem er mit Hilfe seiner Frau nach kurzer Zeit entkommt. Er lebt versteckt in Marseille.
    September: Feuchtwanger flieht über Spanien und Portugal nach Los Angeles.

  • 1942

    In dem Bericht "Unholdes Frankreich" hält er seine Lagererfahrungen fest.

  • 1943

    Übersiedlung nach Pacific Palisades.

  • 1945

    Zusammenarbeit mit Brecht an "Die Geschichte der Simone Machard".

  • ab 1945

    Nach dem Krieg wendet er sich wieder dem historischen Roman zu.

  • 1948

    Im Zuge der Verfolgung von Sozialisten und Kommunisten unter Joseph McCarthy (1908-1957) wird Feuchtwanger des Kommunismus verdächtigt. Da die USA ihm die Staatsbürgerschaft verweigern, verläßt er das Land nicht mehr. Seine politischen Schwierigkeiten bilden den Anstoß zu dem Theaterstück "Wahn oder Der Teufel in Boston" über die Hexenverfolgung in Massachusetts.

  • 1954

    Der letzte Band der Trilogie "Josephus" wird unter dem Titel "Der Tag wird kommen" auf deutsch veröffentlicht.

  • 1955-1957

    Feuchtwanger wendet sich mit "Die Jüdin von Toledo" und "Jefta und seine Tochter" wieder verstärkt der jüdischen Tradition zu.

  • 1958

    21. Dezember: Lion Feuchtwanger stirbt in Los Angeles.

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