Raoul Hausmann 1886-1970

Maler, Photograph, Dichter

  • 1886

    12. Juli: Raoul Hausmann wird als Sohn des Malers Victor Hausmann in Wien geboren.

  • 1900

    Übersiedlung der Familie nach Berlin.

  • ab 1910

    Freundschaft mit den Malern Erich Heckel und Ludwig Meidner.
    Es entstehen zahlreiche Gemälde, darunter "Blaue Nackte" (1916), sowie Holzschnitte, von denen einige in seinem Buch "Material der Malerei, Plastik und Architektur" (1918) veröffentlicht werden.

  • um 1915

    Angeregt durch den Kontakt mit den Schriftstellern Salomon Friedlaender (1871-1946) und Franz Jung (1888-1963) verfaßt Hausmann eine Vielzahl von theoretischen und satirischen Artikeln für Zeitschriften wie "Der Sturm", "Die Aktion", "Die freie Strasse".

  • 1918

    Mitbegründer der Berliner DADA-Bewegung.
    Hausmann arbeitet nicht weiter an Ölbildern oder Holzschnitten. Er fordert nun in seinen Schriften "Manifest von der Gesetzmäßigkeit des Lautes" sowie "Synthetisches Cino der Malerei" die Nutzung des "Automatismus" und die Verwendung neuer Materialien in der Kunst.

  • 1919/20

    Herausgeber der Zeitschrift "Der DADA".

  • 1920

    Dada-Tournee mit Richard Huelsenbeck (1892-1974) nach Dresden, Leipzig, Prag und Hamburg.
    Beteiligung an der ersten DADA-Messe in Berlin.

  • 1921

    Aufgrund der politischen Polarisierung der Berliner Dadaistenszene veranstaltet Hausmann gemeinsam mit Hannah Höch (1889-1978) und Kurt Schwitters (1887-1948) eine Anti-Dada-Merz-Tournee nach Prag.

  • 1922

    Hausmann gibt die Malerei auf und wendet sich der Photomontage zu. Für seine Collagen verbindet er Photographien, Typographien, Holzschnitte und andere Materialien miteinander.

  • 1923

    Nach der Photomontage "ABCD" gibt er diese künstlerische Ausdrucksform zugunsten der experimentellen Photographie und Schriftstellerei auf.
    In den nächsten 30 Jahren schreibt er zahlreiche Artikel über Photographie für verschiedene Magazine.

  • 1926

    Hausmann beginnt seinen Roman "Hyle".
    Entwicklung phonetischer Gedichte und vollkommen objektloser, abstrakter Dichtung.

  • 1933

    1. März: Hausmann flieht vor den Nationalsozialisten nach Ibiza. Hier verfaßt er ethnographische Studien über die einheimische Architektur, die er mit eigenen Photographien illustriert und in mehreren Zeitschriften veröffentlicht.

  • 1934/35

    Während eines kurzen Aufenthalts in Paris beteiligt sich Hausmann mit einigen Photographien an Man Rays (1890-1976) Buch "Nus".

  • 1936

    Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs verläßt Hausmann Spanien und flieht nach Zürich und Prag, später nach Paris.
    Experimente mit Infra-Rot-Photographie.

  • ab 1938

    Arbeit als Photograph für die Pariser Zeitschrift "Plastique".

  • 1940

    Vor dem Einmarsch der deutschen Truppen flieht Hausmann in das Dorf Peyrat-le-Chateau (Haute-Vienne) im unbesetzten Frankreich. Dort verdient er seinen Lebensunterhalt als Sprachlehrer.

  • 1944

    Übersiedlung nach Limoges. Hier findet Hausmann zur Malerei zurück.

  • 1948

    Veröffentlichung von Artikeln zur modernen Poesie.

  • 1959

    Hausmann organisiert eine große DADA-Ausstellung in Amsterdam.
    Es entstehen erneut Ölbilder.

  • 1967

    Gesamtausstellung seines Werks im "Moderna Museet" von Stockholm.

  • 1971

    1. Februar: Raoul Hausmann stirbt in Limoges.

(ji)
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