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German Historical Museum
 
  Zeughauskino

 

Kino im Zeughaus | Programm | Programmarchiv


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  BERLIN.DOKUMENT

 

BERLIN.DOKUMENT

BERLIN.DOKUMENT – unter diesem Titel präsentiert das Zeughauskino monatlich ein Programm mit dokumentarischen Aufnahmen von Berlin. Die im Januar vorgestellten Kurzfilme der 1930er Jahre, die keine manifeste nationalsozialistische Propaganda betreiben, porträtieren Berlin als eine vor allem moderne, zweckmäßig eingerichtete Metropole. Mit Berlin – Gigant der Arbeit – Stadt der Schönheit stellen wir im Februar einen weithin vergessenen Berlin-Film vor. Vom jüdischen Leben im nationalsozialistischen Berlin der 1930er Jahre erzählt der US-amerikanische Dokumentarfilm A Letter Without Words – unser BERLIN.DOKUMENT-Programm im März.

 

BERLIN.DOKUMENT
Berlin in den Dreißiger Jahren – Schnell, sicher, sauber

Ein kleines Lied geht durch Berlin
D 1937, 2’    
35 mm

Bauch der Großstadt
D 1937, 11’  
35 mm

Verkehrsflugzeug im Flughafen Berlin
D 1935, 12’  
35 mm, stumm

Großstadt-Typen
D 1938, 13’  
35 mm

Schnelles, sicheres, sauberes Berlin
D 1938, 15’  
35 mm

Berlin. Herzschlag einer Großstadt
D ca. 1939, 10’       
35 mm

Berliner Luft
D 1939, 14’  
35 mm

Mitte der 1930er Jahre, vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, präsentiert sich Berlin im dokumentarischen Film als eine moderne, schnelle, saubere und zweckmäßig eingerichtete Großstadt. Direkte nationalsozialistische Propaganda ist in diesen Filmen auffallend abwesend. 1937 paradieren in dem Trickfilm Ein kleines Lied geht durch Berlin Milchflaschen Unter den Linden – farbenfrohe Werbung für das Berliner Traditionsunternehmen Bolle. Bauch der Großstadt (1935) zeigt die Bedeutung der Zentralmarkthalle und der Wochenmärkte für die Lebensmittelversorgung Berlins. Der stumme Unterrichtsfilm Verkehrsflugzeug im Flughafen Berlin (1935) schildert die Arbeitsabläufe auf dem Flughafen Tempelhof zwischen Ankunft und Abflug einer Ju 52. Sowohl in Großstadt-Typen (1938) als auch in Berlin. Herzschlag einer Großstadt (1939) gruppiert Leo de Laforgue mit der Handkamera aufgenommene Einzelbeobachtungen zu Filmfeuilletons. Schnelles, sicheres, sauberes Berlin (1938) dokumentiert die Arbeit der Berliner Verkehrsbetriebe, der Müllabfuhr und der Straßenreinigung. Berliner Luft (1939) offeriert in Berliner Mundart eine Führung durch die Stadtmitte. (jg)
Einführung: Jeanpaul Goergen

am 17.1.2013 um 20.00 Uhr
am 19.1.2013 um 18.30 Uhr

 

BERLIN.DOKUMENT
Berlin in den Dreißiger Jahren
Berlin – Gigant der Arbeit – Stadt der Schönheit
D 1936/39, 91'        
35 mm

Seit Anfang der 1930er Jahre streifte der Schriftsteller und spätere Kameramann und Regisseur Leo de Laforgue (1902-1980) mit einer Handkamera durch Berlin, immer auf der Suche nach „filmischen Schnappschuss-Aufnahmen“. So entstand eine Reihe von kurzen Dokumentarfilmen, die durch gut aufgenommene Bilder und seltene Blickwinkel Aufmerksamkeit erregten. Zwischen 1936 und 1939 arbeitete er auch als Ein-Mann-Filmemacher an einem abendfüllenden Film, in dem er Berlin als die „Stadt Adolf Hitlers“ verherrlichen wollte. Sein als „eines der wirkungsvollsten Propagandamittel für die nationalsozialistische Reichshauptstadt“ konzipierter Film wird zwar von der Tobis fertiggestellt, gelangt aber nie in die Kinos. Neben politischen Gründen dürften auch Einwände gegen künstlerische Mängel eine Rolle gespielt haben, denn Laforgue kann nie an seine erklärten Vorbilder wie Walter Ruttmann und Leni Riefenstahl anknüpfen. 1950 wird eine entnazifizierte, von Friedrich Luft kommentierte Fassung unter dem neuen Titel Symphonie einer Weltstadt (Berlin wie es war) uraufgeführt. (jg)
Einführung: Jeanpaul Goergen

am 19.2.2013 um 20.00 Uhr
am 24.2.2013 um 18.30 Uhr

 

BERLIN.DOKUMENT
Berlin in den Dreißiger Jahren
A Letter Without Words / Ein Brief ohne Worte
USA 1998, R/B: Lisa Lewenz, 64’         
16 mm, OmU

Vom jüdischen Leben im nationalsozialistischen Berlin der 1930er Jahre sind fast ausschließlich Privatfilme überliefert. Als die 1938 in die USA emigrierte Ella Arnhold-Lewenz 1954 stirbt, sind ihre Amateuraufnahmen in der Familie vergessen. Ihre Enkelin, die Multimedia-Künstlerin und Regisseurin Lisa Lewenz, entdeckt sie 1981 wieder – und mit ihnen einen weitgehend vergessenen Teil ihrer Familiengeschichte. Die Schwarz-Weiß- und Farbfilme ihrer Großmutter zeigen das gesellschaftliche Leben einer großbürgerlichen deutsch-jüdischen Familie in Berlin, ihren Alltag, zahlreiche Reisen, berühmte Bekannte wie etwa Albert Einstein. Ella Arnhold-Lewenz filmte aber auch marschierende SS, Straßen voller Hakenkreuzfahnen und „Juden nicht erwünscht“-Schilder. Mit den wiedergefundenen Filmen im Gepäck reiste Lisa Lewenz nach Berlin und ergänzte die Aufnahmen der Großmutter durch Interviews mit Verwandten und Zeitzeugen sowie mit Bildern von heute. (jg)
Einführung: Jeanpaul Goergen

am 13.3.2013 um 20.00 Uhr
am 15.3.2013 um 19.00 Uhr

 

 
 
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