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German Historical Museum
 
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Hugo Niebeling


 

HUGO NIEBELING
EINE WERKSCHAU

„Kunst – geboren aus dem Widerstreit der Gefühle, durch den Verstand geklärt, in die Form erlöst. In begrenzter Form das Ganze spiegelnd.“ (Hugo Niebeling)

Hugo Niebelings Œuvre, entstanden ab 1956, umfasst ein ungewöhnlich breites Spektrum unterschiedlichster, meist hybrider Genres, für die er mit einer Fülle nationaler und internationaler Preise ausgezeichnet worden ist. Niebeling drehte Wirtschafts- und Industriefilme, Dokumentarfilme, Musik- und Ballett(spiel-)filme. Er zeichnete nicht nur als Drehbuchautor und Regisseur verantwortlich, sondern agierte auch als Schnittmeister und Sprecher, als Choreograph, Bühnenbildner, Produzent und Produktionsleiter. Mit einem Wort: Hugo Niebeling ist ein Autorenfilmer der ersten Stunde, ein Filmemacher, dessen Werke mit überkommenen Seh- und Gestaltungsweisen brachen und oft stilbildend den Wirtschafts- und Industrie-, Musik- und Ballettfilm prägten. „Auf diesem Niveau wird Technik wieder zu dem, was sie ursprünglich im Griechischen bedeutete: Kunst... Heute habe ich Musik GESEHEN.“ (Pierre Barthès über die Pastorale an Hugo Niebeling). Das Zeughauskino und das Bundesarchiv-Filmarchiv präsentieren die bis dato größte Werkschau des Ausnahmefilmemachers. Besonderer Dank an Helma Schleif und Hugo Niebeling.

 



HUGO NIEBELING
Stahl – Thema mit Variationen
BRD 1960, R/B/S: Hugo Niebeling, Originalmusik: Oskar Sala, P: Mannesmann AG, 12´ Blu-ray

Mit Licht schreiben – Photographein
BRD 1967, R/B/S: Hugo Niebeling, K: Bernd Meister, P: Agfa Gevaert, Originalmusik: Oskar Sala u.a., 39' 35 mm

Petrol – Carburant – Kraftstoff
BRD 1967, R/B/S: Hugo Niebeling, K: Bernd Meister, P: Agfa Gevaert, Originalmusik: Oskar Sala u.a., 39' 35 mm

Allegro
BRD 1970, R/B/S/P: Hugo Niebeling, K: Egon Mann, Franz Hofer, Hugo Niebeling, Mitwirkung: Egon Madsen (Tanz), im Auftrag der Aral AG, 18‘   Blu-ray

Zwei Jahre vor dem Oberhausener Manifest erfindet Hugo Niebeling mit dem von der Mannesmann AG in Auftrag gegebenen und für die Hannover-Messe 1960 konzipierten Imagefilm Stahl – Thema mit Variationen denAutorenindustriefilm. Niebelings Film, für den der Klee-Schüler Kurt Prechtl eigens Gemälde malt, bricht mit den tradierten Sehgewohnheiten. 1997 wird der national wie international vielfach ausgezeichnete Klassiker des Industrie- und Dokumentarfilms auf der documenta X zum besten Industriefilm Deutschlands gekürt.
Der von Agfa Gevaert in Auftrag gegebene Imagefilm Mit Licht schreiben – Photographein ist ein Film über Film. Hugo Niebeling erfindet für diese Produktion neue Aufnahmetechniken, darunter Infrarot-Aufnahmen in absoluter Dunkelheit, und gestaltet Bildfolgen von außerordentlicher Schönheit und Brillanz. Mit Licht schreiben – Photographein wurde 1967 mit einer Kulturfilmprämie bedacht und 1968 mit dem erstmals vergebenen Deutschen Industriefilmpreis ausgezeichnet.
Petrol – Carburant – Kraftstoff gestaltet Impressionen von Ölbohrungen in der Wüste vor historischer und prä-historischer Kulisse. Kein anderer Industriefilm hat je wieder so viele Preise und Auszeichnungen gewonnen wie dieser 1965 für die Bochumer Aral AG produzierte Film, darunter die Bundes-Filmprämie 1965 als Film von Internationalem Rang, die Goldmedaille Best Public Relations Film auf dem Internationalen Filmfestival in Cork 1965 und den Grand Prix der Internationalen Film-Festspiele von Australien in Melbourne 1967.
Allegro istein virtuoser Farbfilm in drei Episoden mit rasanten Naturaufnahmen. Impressionen der Wüste, Tanz und Musik als Ausdruck von Lebensfreude, gedreht in der Wüste Libyens, im Stadtwald von Hilden und im Studio (die Tanzaufnahmen mit Egon Madsen). Eine „Fortsetzung meines Films Petrol – Carburant – Kraftstoff" (Hugo Niebeling). (hs)

Eröffnung der Werkschau in Anwesenheit von Hugo Niebeling
am 7.3.2013 um 20.00 Uhr

 




HUGO NIEBELING
Duo Concertant – New York City Ballet
BRD 1975, R: Hugo Niebeling, 20’       DigiBeta

Violin Concerto – New York City Ballet
BRD 1974, R/B/S: Hugo Niebeling, K: Robert Hofer, Franz Hofer, Dieter Matzka, Choreographie: George Balanchine, M: Igor Strawinsky, 24´             DigiBeta

Percussion for Six – New Yorker Harkness Ballet
BRD 1971, R: Hugo Niebeling, 20‘       DigiBeta

Eaters of Darkness
BRD 1971, RB/S: Hugo Niebeling, M: Benjamin Britten, Choreografie: Walter Gore, D: Linda di Bona, Zane Wilson, Vincente Nebrada (Harkness Ballet, New York), 28´        DigiBeta

 

Beim „Duo Concertant“ spiegelt das Tänzer-Duo das Duo „Klavier - Violine" aus der Partitur von Strawinsky wider. Die Beziehung besteht nicht nur innerhalb des jeweiligen Paares, sondern auch zwischen Musik und Tanz. So lauscht das Tanzpaar Kay Mazzo und Peter Martins zunächst stehend dem Spiel des Violinisten Cees van Schaik und des Pianisten Gordon Boelzner, bevor sein Tanz im zweiten Satz einsetzt. Im letzten Satz ist die Bühne abgedunkelt und gezielte Scheinwerfer beleuchten nur jeweils einzelne Körperpartien der Tänzer, ein Spiel, das Regisseur Hugo Niebeling zusätzlichen Raum für Interpretationen gibt.
Die Choreographie zu Igor Strawinskys Violinkonzert wurde 1941 in New York von George Balanchine geschaffen und uraufgeführt. Im Gesamtschaffen Balanchines nimmt sie keinen herausragenden Platz ein, doch wurde Niebelings Verfilmung auf mehreren internationalen Festivals ausgezeichnet. Zu verdanken ist dies neben der herausragenden Besetzung der Tänzer mit Karin von Aroldingen, Kay Mazzo und Jean-Pierre Bonnefous der filigranen Schnitttechnik, die für eine zweite übergreifende Choreographie des Werks sorgt.
Percussion for Six: Die New Yorker Harkness-Youth-Dancers interpretieren eine Bewegungskomposition von Vincente Nebrada nach Schlagzeug-Rhythmen. Percussion for Six gewinnt 1971 beim französischen Festival des Musik- und Tanzfilms in Menton den Regiepreis.
Der dramatische Ballettfilm Eaters of Darkness basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte einer jungen Braut, die durch eine Intrige von ihrem Bräutigam in eine Irrenanstalt eingeliefert wird. Dort fasst sie Vertrauen zu einem älteren Mann, der ihr Geborgenheit und Schutz vor den aggressiven Attacken der Anderen bietet. Eines Tages wird der Alte jedoch von einem der Insassen totgetrampelt. Daraufhin verfällt die junge Frau dem Wahnsinn. (hs)

In Anwesenheit von Hugo Niebeling
am 8.3.2013 um 18.30 Uhr

 

HUGO NIEBELING
Pastorale
BRD 1967, R/B/S: Hugo Niebeling, Musik: Ludwig van Beethoven, Orchester: Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan, P: Cosmotel, 38´          Blu-ray

Der Auftrag der uns bleibt
BRD 1984, R/B/S: Hugo Niebeling, D: Günther Mack, P: Bayer AG, 48‘           Blu-ray

Am 16. Juli 1999, dem 10. Todestag von Herbert von Karajan begeisterte sich Roger Willemsen für Niebelings Film Pastorale mit den Worten: „Nie wieder erreichte Vervollkommnung der Umsetzung von Musik ins Bild.“ Hugo Niebeling berichtet über Pastorale:Ein Dirigent ist rekreativer Künstler. Karajan verstand nicht, dass er im Kontext einer durchgreifenden künstlerischen Gestaltung am besten zur Geltung kommt. Sie lenkt nicht von ihm ab, sie hebt ihn heraus. Er wollte den Film zerstören, was Koproduzent ZDF (Dr. Viehöfer) verhinderte.“
Der im Auftrag der Bayer AG gedrehte Imagefilm Der Auftrag der uns bleibt widmet sichder Unternehmensphilosophie des Chemiekonzerns. Die Filmbewertungsstelle verleiht dem Film 1984 das Prädikat besonders wertvoll und urteilt: „Kennzeichnend für das klug auf Wirkung angelegte dramaturgische Konzept ist die Einführung der Figur des von Günter Mack sehr prägnant und überzeugend wandlungsfähig gespielten Machers und Deuters, der den Zuschauer in vielerlei Gestalt durch die Geschichte des Unternehmens und das Werk führt. Fotografie und Schnitt liegen weit über dem Durchschnitt. Als besonders bemerkenswert wurde von der Mehrheit des Ausschusses hervorgehoben, daß – wie hier deutlich wird – ein großer Industriekonzern nicht nur in wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Kategorien denkt, sondern eine kritische Erörterung seines Selbstverständnisses und seiner Rolle in der Gesellschaft mit all seinen Problemen zuläßt.“ Allein in den USA kam Der Auftrag der uns bleibt mit 55 Kopien zum Einsatz. (hs)

In Anwesenheit von Hugo Niebeling
am 9.3.2013 um 19.00 Uhr

HUGO NIEBELING
Eroica
BRD/D 1972/2009, R/B/S: Hugo Niebeling, K: Robert Hofer, Musik: Ludwig van Beethoven, Orchester: Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Herbert von Karajan, 50‘

Ginge es nach Herbert von Karajan, gäbe es diesen Film nicht. Nach Pastorale (1967) drehte Niebeling 1972 einen weiteren Film mit Karajan und den Berliner Philharmonikern, diesmal zu Beethovens Eroica. Der Film konnte aber erst 37 Jahre nach den Aufnahmen zur Aufführung kommen, denn Karajan zerschnitt nach einer ersten Sichtung die Kopie. Offenbar sah er sich und sein Ego in der Dokumentation nicht ausreichend gewürdigt, denn Niebeling hatte seine Montage ganz der Partitur angepasst, mit rhythmischen Wechseln zwischen Totalen, einzelnen Musikern und Karajan. Dank des Einverständnisses der Erben von Karajan konnte Niebeling 2009 aus einer erhalten gebliebenen Arbeitskopie den Film restaurieren, in weiten Teilen zwar „nur“ in schwarz-weiß, aber die Montage und Musik stehen hier sowieso im Zentrum. „Besonders gelungen sind hierbei die Nahaufnahmen der Instrumente und der Hände der Musiker, die ihnen diese grandiosen Klänge entlocken. Darüber hinaus veranschaulicht dieses höchst interessante Zeitdokument die Rolle des energetischen Dirigenten und seines Zusammenspiels mit dem Orchester. Ein expressionistisches Kunststück, das die Kraft der Musik und die intensive Wirkung von Bildern gleichwertig transportiert.“ (aus dem Gutachten der Filmbewertungsstelle, Prädikat wertvoll)

In Anwesenheit von Hugo Niebeling
am 9.3.2013 um 18.00 Uhr


HUGO NIEBELING
Alvorada – Aufbruch in Brasilien
BRD/BR 1962, R/B/S: Hugo Niebeling, K: Herbert Müller, Anders Lembcke, Antonio Estavào, M: Carlos A. Laurindo, Juarez D. Costa, Klanggestaltung: Oskar Sala, Sprecher: Hugo Niebeling, P: Filmproduktionsgemeinschaft MW, Manzon Film im Auftrag von Mannesmann AG, 77´    35 mm

Alvorada: portugiesisch für „Morgenröte“. Kein Reportagefilm im klassischen Sinne, sondern ein durchkomponiertes, hochmusikalisches, offenes Filmepos. Alvorada gibt einen Überblick über die Menschen und Landschaften Brasiliens, seine Großstädte und Kolonialsiedlungen, seine vielschichtige Kunst und Kultur. Die am Reißbrett entstandene und 1960 eingeweihte Hauptstadt Brasília im Westen des Landes, gestaltet nach Entwürfen der Architekten Oscar Niemeyer und Lúcio Costa – von der UNESCO 1987 zum Weltkulturerbe erklärt – wie auch der Aufbau moderner Industrien verändern das Land. Niebelung suchte dem Film in Stil und Rhythmus einen brasilianischen Charakter zu geben. Moderne elektronische Musik als auch synchron zum Bildschnitt angelegte Klangcollagen, die Oskar Sala entwickelte und mit seinem Mixtur-Trautonium einspielte, wechseln sich ab mit Elementen klassischer Musik, brasilianischen Rhythmen und atmosphärischen Geräuschkulissen.
Niebeling bezeichnet Alvorada aufgrund seiner rhythmisierten Montagetechnik und seines besonderen dramaturgischen und formalen Aufbaus unter Verwendung zahlreicher unterschiedlicher Musikstile als seinen, in Teilen, ersten Musikfilm. Trotz Oscar-Nominierung, Deutschem Filmpreis in Gold kommt es zum Bruch mit dem Auftraggeber, der nach der Trennung von Niebeling erst einmal auf die Vergabe weiterer Imagefilme verzichtet. (hs)

am 10.3. in Anwesenheit von Hugo Niebeling
am 10.3.2013 um 19.00 Uhr
am 31.3.2013 um 21.00 Uhr


HUGO NIEBELING
Oskar Sala – Die vergangene Zukunft des Klanges
D 2000, R/B: Oliver Rauch, Ingo Rudloff, K: Leif Karpe, S: Markus Schmidt, 83´      35 mm

Das Jahrhundert-Phänomen Oskar Sala und seine elektronische Musik. Der Komponist von über 300 Filmmusiken und Schöpfer so genialer Klangkulissen wie der Vogelschreie in Hitchcocks The Birds starb 2002 im Alter von 91 Jahren. Der im Jahr 2000 uraufgeführte Film Oskar Sala – Die vergangene Zukunft des Klanges ist eine Begegnung mit dem damals noch quicklebendigen Komponisten und Erfinder, seinen Weggefährten, darunter Hugo Niebeling, sowie seiner Werke und seinem faszinierendem Instrument, dem Mixtur-Trautonium. „Eine bemerkenswerte Dokumentation ist den beiden jungen Filmemachern da gelungen. Bemerkenswert deshalb, weil es ihnen bei dem Porträt des Elektropioniers nicht um Mythenbildungen geht. Geschickt montierte Archivaufnahmen, Interviewstrecken mit Sala, seinen Zeitgenossen und einem Professor, der im Auftrag der Post ein Mixtur-Trautonium nachbaute, geben auf der einen Seite Auskunft über die Vergangenheit des Instruments und seines Meisters. Auf der anderen Seite widmet sich der Film der Gegenwart und räumt dabei mit Vorurteilen auf.“ (Josef Engels, Die Welt, 5.9.2000). (hs)

am 10.3.2013 um 20.30 Uhr

 

HUGO NIEBELING
Giselle
BRD 1969, R/B/S: Hugo Niebeling, M: Adolphe Adam, Orchester: Deutsche Oper Berlin, Dirigat: John Lanchbery, K: Wolfgang Treu, Franz Hofer, Peter Reimer, Eberhard Scheu, D: Carla Fracci, Erik Bruhn, Bruce Marks, Toni Lander, Eleanor D´Antuono, Ted Kivitt, basierend auf der American Ballet Theatre Produktion von Lucia Chase und Oliver Smith nach einer Choreographie von David Blair, 95´       DigiBeta

Die von Théophile Gauthier gestaltete Titelfigur des 1841 in Paris uraufgeführten phantastischen Balletts Giselle war inspiriert von Heinrich Heines Essay Elementargeister (1834) über die slawisch-österreichische Sage der Willis: „Die Willis sind Bräute, die aus enttäuschter Liebe vor der Hochzeit gestorben sind. Die armen jungen Geschöpfe können nicht im Grabe ruhig liegen, in ihren todten Herzen, in ihren todten Füßen blieb noch jene Tanzlust, die sie im Leben nicht befriedigen konnten, und um Mitternacht steigen sie hervor, (...) und Wehe! dem jungen Menschen, der ihnen da begegnet. Sie umkreisen ihn, er muß mit ihnen tanzen, sie umschlingen ihn mit ungezügelter Tobsucht, und er tanzt mit ihnen, ohne Ruh und Rast, bis er todt niederfällt.“
Die Aufführung des American Ballet Theatre besticht durch ihre herausragende Choreografie und ihr tänzerisches Virtuosentum, die der Regisseur und Schnittmeister Hugo Niebeling mit Zwischenschnitten steigert und intensiviert. Die auf der Bühne nicht realisierbare Kreis-Choreografie ist von Hugo Niebeling gestaltet worden. (hs)
am 11.3. in Anwesenheit von Hugo Niebeling

am 11.3.2013 um 20.00 Uhr
am 26.3.2013 um 20.00 Uhr

 

 

HUGO NIEBELING
Es wäre gut, daß ein Mensch würde umbracht für das Volk. Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion
D 1991, B/R/S: Hugo Niebeling, K: Franz Rath, Thomas Schwan, M: Johann Sebastian Bach, Ausführung: Münchner Bach Orchester unter der Leitung von Karl Richter, D: Christoph Quest, Klaus Barner, Ernst Haeflinger, Ralf Richter, Isolde Barth, Renée Morloc, Eric P. Caspar, 125´ Blu-ray

Der einzige Passionsfilm, der in Deutschland gedreht wurde und der trotz seines anhaltenden Publikumserfolgs nie einen Preis erhielt. Streng nach Bachs Partitur im romanischen Dom zu Speyer als antike Tragödie inszeniert, steht der Leidensweg Jesu samt seinen Verhören und der Verurteilung durch Pontius Pilatus im Mittelpunkt dieses hochdramatischen Gesamtkunstwerks. Der Filmmusik liegt eine Aufführung des Münchner Bach-Chors und –Orchesters unter der Leitung von Karl Richter von 1964 zugrunde.
Die Filmbewertung ließ Niebelings Johannes-Passion 1991 glatt durchfallen. „Warum muss an Jesus vorbeigetanzt werden?". Heute urteilt die Kritik anders: Eine kongeniale Umwandlung der Bachschen Passion in ein Musikdrama, eine antike Tragödie mit ihren Bestandteilen Handlung, Sprache, Musik, Gesang, Tanz und Architektur. Niebelings Passionsfilm, an dem er über 20 Jahre arbeitete, ist sein eigentliches Lebenswerk. Für die Matthäus-Passion hat er anschließend 10 Jahre vergeblich gekämpft. (hs)
am 12.3. in Anwesenheit von Hugo Niebeling

am 12.3.2013 um 20.00 Uhr
am 29.3.2013 um 18.30 Uhr

 

 
 
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