Eduard Bernstein 1850-1932

Politiker

  • 1850

    6. Januar: Eduard Bernstein wird in Berlin als Sohn des jüdischen Lokomotivführers Jakob Bernstein und dessen Frau Johanna (geb. Rosenberg) geboren.

  • 1866

    Nach dem Besuch des Werderschen Gymnasiums beginnt er in Berlin eine Lehre als Bankangestellter.

  • 1871

    Bernstein wird Angestellter im Bankhaus Rothschild.

  • 1872

    Eintritt in die Eisenacher Sozialdemokratische Arbeiterpartei unter August Bebel.

  • 1875

    Deren Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein wird im "Gothaer Programm" geregelt, an dessen Ausarbeitung Bernstein maßgeblich beteiligt ist.

  • 1878

    Er wird Sekretär des Privatgelehrten Karl Höchberg (1853-1885), mit dem er ein Jahr später wegen der Sozialistengesetze in die Schweiz zieht. Dort geben sie gemeinsam das Parteiorgan "Socialdemokrat" heraus.

  • 1881

    Bernstein übernimmt die Leitung des "Socialdemokrat".

  • 1887

    Ausweisung nach London, von wo aus er die Zeitung weiter herausgibt. Er knüpft Kontakt zu Friedrich Engels und verwaltet nach dessen Tod den literarischen Nachlass.

  • 1890-1899

    Londoner Korrespondent des "Vorwärts" und der SPD-Theoriezeitschrift "Die Neue Zeit".

  • 1897

    Heirat mit Regina Zadek.

  • 1899

    In seinem Werk "Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie" begründet Bernstein den Revisionismus. Er vertritt die These, dass sich die gesellschaftlichen Prognosen des Marxismus nicht bewahrheitet hätten, sondern der Kapitalismus seine Anpassungsfähigkeit bewiesen hätte. Deshalb fordert er den Ausbau der parlamentarischen Demokratie, da nur diese Gesellschaftsform die Transformation vom Kapitalismus in den Sozialismus gewährleistet.
    Weitere Werke zur Theorie und Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung.

  • 1901-1905

    Nach der Rückkehr nach Deutschland gibt er seine eigene Zeitschrift "Dokumente des Sozialismus" heraus.

  • 1902-1907

    Reichstagsabgeordneter für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) (Wahlkreis Breslau).

  • 1912-1918

    Reichstagsabgeordneter für die SPD, später für die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD).

  • 1915

    Bernstein stimmt gegen die Kriegskredite.

  • 1917

    Er tritt der USPD bei, aus der er zwei Jahre später ausgeschlossen wird.

  • 1920-1928

    Als Reichstagsabgeordneter vertritt er den dritten Berliner Wahlkreis (Potsdam) für die SPD.

  • 1921

    Mitverfasser des "Görlitzer Programms", in dem die SPD festlegt, dass sie den Sozialismus über Reformen erreichen will.

  • 1923

    Tod seiner Frau.

  • 1930

    Seine Autobiographie "Entwicklungsgang eines Sozialisten" erscheint.

  • 1932

    18. Dezember: Eduard Bernstein stirbt in Berlin.

Kai-Britt Albrecht, Levke Harders
17. September 2014
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