Ernst Vollbehr 1876-1960

Maler

  • 1876

    25. März: Ernst Vollbehr wird in Kiel geboren.

  • ab 1892

    Lehre beim Hoftheatermaler in Schwerin, danach selbständige Tätigkeit als Maler und Restaurator in Wismar. Vollbehr restauriert in dieser Zeit zahlreiche Fresken in mecklenburgischen Kirchen. Es folgen Studienjahre an den Akademien in Berlin bei Max Seliger (1865-1920), in Dresden bei Carl Bantzer (1857-1941) und in Paris bei René Ménard (1862-1930).

  • 1900

    Vollbehr wird künstlerischer Leiter der Webschule in Laibach (heute Ljubljana/Slowenien).

  • 1904

    Malreise nach Albanien.

  • 1905

    Arbeit als Autor und Illustrator, u. a. für die Münchener Zeitschrift "Jugend".

  • 1906-1908

    Malreise nach Brasilien.

  • 1909/10

    Malreise durch die deutschen Kolonien Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Kamerun und Togo.

  • 1913/14

    Erneute Fahrt in die Kolonien in Afrika, diesmal in das Hinterland von Kamerun und Togo.

  • 1914-18

    Während des Ersten Weltkriegs arbeitet Vollbehr als Kriegsmaler an der Westfront. Neben Erd- und Luftpanoramen vom Schlachtfeld entstehen insgesamt Hunderte von Gemälden und Zeichnungen.

  • ab 1920

    Zahlreiche Landschaftsgemälde entstehen, u. a. von den Alpen, die er mit Flugzeug und Zeppelin bereist. Insgesamt ist sein malerisches Werk von Landschaftsdarstellungen geprägt. Es gelingt ihm, in seinen detaillierten geografischen Ansichten starke Stimmungen einzufangen.

  • 1927/28

    Malreise nach Asien (u.a. Sumatra, Java, Borneo, Molukken). Es entstehen über 400 Gemälde.

  • 1930-1933

    Fahrten nach Ceylon (heute: Sri Lanka), Indien, Burma, China, Hawaii, Algerien und in die USA nach Kalifornien.

  • 1933-1935

    Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme malt Vollbehr im Staatsauftrag Bilder von den Reichsparteitagen sowie den Olympiaanlagen in Berlin. Im Auftrag von Fritz Todt entstehen zahlreiche Gemälde vom Bau der Autobahnen. Etliche Bilderzyklen Vollbehrs werden in farbigen Bildbänden publiziert.
    Sein Stil, den er nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nicht ändert, trifft den Geschmack der NS-Kunstpolitik. Vollbehr avanciert zu einem der populärsten Künstler Deutschlands. Adolf Hitlers Hochachtung für die Arbeit Vollbehrs äußert sich im Ankauf seiner Kriegsbilder durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP).

  • 1935-1939

    Erneut bricht Vollbehr zu einer Weltreise auf. Er besucht Afrika, Mittel- und Südamerika und Australien. Zahlreiche Gemälde und Zeichnungen entstehen auf dieser Fahrt.

  • 1939

    Wieder in Deutschland, malt er Bilder vom Bau des Westwalls.

  • 1939-1942

    In den ersten Jahren des Zweiten Weltkriegs ist Vollbehr erneut Kriegsmaler. Zahlreiche Malerfahrten führen ihn an die Fronten in Polen, Norwegen, Frankreich, Rumänien, Griechenland und der Sowjetunion. Zahlreiche dieser dort entstandenen Bilder werden in Büchern und Zeitschriften publiziert.

  • 1940

    Teilnahme an der Berliner Ausstellung "Künstler im Kriegseinsatz".
    In Frankreich malt er den Bau des Atlantikwalls. 120 dieser Gemälde werden in einer Wanderausstellung gezeigt, die Todt im Berliner Zeughaus eröffnet.

  • 1941

    Zum 65. Geburtstag Vollbehrs findet in Rostock eine Sonderausstellung zu seinen Ehren statt.
    24. März: Auf Vorschlag von Todt und Joseph Goebbels erhält Vollbehr die Goethe-Medaille. Für seine Tätigkeit als Frontmaler erhält er das Kriegsverdienstkreuz.

  • 1942

    Krankheitsbedingt beendet er seine Frontfahrten und kehrt nach Berlin zurück.

  • 1944-1950

    Zahlreiche Bilder mit Motiven Schleswig-Holsteins entstehen.

  • 1957

    Vollbehr verkauft den Großteil seiner Bilder an das Geografische Museum Leipzig.

  • 1960

    13. Mai: Ernst Vollbehr stirbt in Krumpendorf am Wörthersee (Österreich).

Robert Thoms
14. September 2014

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