Kurt Daluege 1897-1946

Militär

  • 1897

    15. September: Kurt Daluege wird in Kreuzburg (Oberschlesien) als Sohn eines Beamten aus dem mittleren Dienst geboren.

  • 1914

    Er wird Mitglied in der Jugendorganisation der Wandervogelbewegung.

  • 1916

    Daluege macht das Notabitur.
    Er tritt als Kriegsfreiwilliger in das 7. Garderegiment West ein und wird während des Ersten Weltkriegs an der Westfront mehrfach verwundet.

  • 1918

    Er wird zum Vizefeldwebel befördert.
    Nach Kriegsende kehrt er in seine Heimat zurück. Daluege wird Führer des "Selbstschutzes Oberschlesien" (SSOS), einer Organisation deutscher Kriegsveteranen.

  • 1918-1921

    Mit der SSOS nimmt er an Kämpfen zwischen deutschen und polnischen Volksgruppen teil.
    November: Daluege übersiedelt nach Berlin und ist als Fabrikarbeiter tätig.
    Er übernimmt die Führung des Berliner Ablegers des Freikorps "Roßbach".

  • 1922-1924

    Daluege studiert an der Technischen Hochschule Berlin Tiefbau und schließt das Studium als Diplomingenieur ab.

  • 1922

    November: Er verläßt das Freikorps "Roßbach" und schließt sich dem antisemitischen Deutsch-völkischen Schutz- und Trutzbund an.

  • 1923

    Frühjahr: Auf einem Freikorps-Treffen lernt Daluege Adolf Hitler kennen und wird Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). 8./9. November: Während des Hitler-Putschs in München ist Daluege Hitlers Vertrauter in Berlin. Mit einem unter seinem Kommando stehenden Freiwilligen-Kontingent von ca. 30 Mann soll er Hitler unterstützen, die Regierungsgewalt zu übernehmen.
    Dezember: Daluege bemüht sich nach dem Verbot der NSDAP, die Parteibasis zusammenzuhalten. Mit Ernst Röhm und anderen gründet er die Kampforganisation "Frontbann".

  • 1924-1927

    Er ist als Bauleiter sowie als Ingenieur bei der Berliner Müllabfuhr tätig.

  • 1925

    Nach der vorzeitigen Entlassung Hitlers aus der Festungshaft ist Daluege in Berlin an der Neugründung der NSDAP beteiligt.

  • 1926

    Er heiratet Käthe Schwarz. Aus der Ehe gehen drei Kinder hervor.
    März: Daluege gründet die Berliner Sturmabteilung (SA), die er aus ehemaligen Freikorpskämpfern und aus Mitgliedern der NSDAP zusammenstellt. Innerhalb weniger Monate hat die SA in Berlin mehr Mitglieder als die NSDAP, wodurch er in Konflikt mit der Parteiführung gerät.
    November: Auf Anordnung Hitlers wird Joseph Goebbels Gauleiter von Berlin-Brandenburg. Goebbels setzt sich in einem parteiinternen Machtkampf gegen Daluege durch und beendet die Vormachtstellung des "sozialistischen" Parteiflügels der NSDAP in Berlin um die Brüder Gregor Strasser und Otto Strasser.

  • 1926-1928

    Daluege ist stellvertretender Gauleiter von Berlin und Führer der Berliner SA.

  • 1929

    Januar: Er tritt von seiner Funktion als Berliner SA-Führer zurück, nachdem er bei der Reorganisation der SA auf Reichsebene nicht als Oberführer eines der sieben SA-Bereiche berücksichtigt wird.
    Juli: Berufung in die Reichsführung SA.

  • 1930

    Juli: Auf persönlichen Wunsch Hitlers tritt Daluege aus der SA aus und übernimmt die Führung der Berliner Schutzstaffel (SS). Er macht aus der SS eine Geheimdienstorganisation der NSDAP zur Bespitzelung politischer Gegner und der SA, deren Mitglieder gegen die Unterordnung der SA unter die SS aufbegehren.
    Als SS-Chef in Berlin organisiert er sogenannte Rollkommandos für Überraschungsangriffe auf Kommunisten und andere politische Gegner.

  • 1931-1933

    Er ist Führer der SS-Gruppe Ost.

  • 1931

    April: Daluege hat wesentlichen Anteil an der Niederschlagung der Berliner SA-Meuterei unter Walther Stennes (1895-1989), der gegen den Führungsanspruch der SS rebelliert.
    Die Stennes-Revolte ist Grundlage von Dalueges Karriere. Sie bringt ihm die bleibende Gunst Hitlers ein, der Daluege seit dieser Zeit als "einer der Treuesten" schätzt.

  • 1932

    Er wird Abgeordneter der NSDAP im Preußischen Landtag.

  • 1933

    31. Januar: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ernennt Hitler Hermann Göring zum preußischen Innenminister und zum Chef der Polizei. Damit ist die gesamte Polizeigewalt in der Hand der NSDAP.
    Daluege wird Ministerialdirektor in der preußischen Regierung. Göring vertraut ihm die Organisation der uniformierten Polizei an.
    1. April: Göring wird zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt. Er macht Daluege zum Staatskommissar in Berlin.
    15. September: Daluege wird preußischer Staatsrat und Befehlshaber der kasernierten Landespolizei.
    November: Er wird für die NSDAP Abgeordneter des Reichstags.

  • 1934

    Juni: Nach dem Röhm-Putsch ist Daluege für die "Säuberung" und Neuorganisation der SA-Gruppe Ost zuständig.
    Sommer: Er wird zum SS-Obergruppenführer und zum Stellvertreter des Reichsführers SS Heinrich Himmler ernannt.
    November: Reichsinnenminister Wilhelm Frick beruft Daluege zum Leiter der Polizeiabteilung im Reichsinnenministerium. Er soll die verschiedenen Polizeiunterorganisationen vereinheitlichen und der SS unterstellen.

  • 1935

    Daluege gründet den nationalsozialistischen "Kameradschaftsbund Deutscher Polizeibeamter".

  • 1936

    Er wird Polizeigeneral und übernimmt die Leitung der Ordnungspolizei (Orpo). Damit befehligt er die gesamte uniformierte Polizei und die Feuerwehr.

  • 1937-1939

    Daluege ist bei der weiteren Zusammenführung des Polizeiapparats durch Himmler und Reinhard Heydrich de facto entmachtet, ist aber aufgrund der guten Kontakte zu Hitler weiterhin einflußreich.

  • 1939-1945

    Während des Zweiten Weltkriegs ist er für den persönlichen Schutz Hitlers und anderer Parteiführer verantwortlich.

  • 1942

    29. April: Daluege wird zum SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst befördert.
    5. Juni: Nach dem tödlichen Attentat auf Heydrich in Prag wird Daluege stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren.
    10. Juni: Auf Befehl Dalueges werden als "Sühnemaßnahme" für das Attentat auf Heydrich alle erwachsenen männlichen Einwohner des tschechischen Dorfs Lidice bei Prag ermordet.

  • 1943

    Mai: Daluege erleidet einen Herzinfarkt.
    August: Der schwer erkrankte Daluege wird nach seinem zweiten Infarkt seiner Ämter enthoben.

  • 1944/45

    Bis Kriegsende lebt er auf einem ihm von Hitler geschenkten Gut.

  • 1945

    Mai: In Lübeck gerät Daluege in Gefangenschaft, er wird in Nürnberg inhaftiert.

  • 1946

    Januar: Daluege wird an die Tschechoslowakei ausgeliefert.
    23. Oktober: Nach einem Prozeß wird Kurt Daluege in Prag durch den Strang hingerichtet.

mü/Arnulf Scriba
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