Peter Behrens 1868-1940

Architekt, Maler

  • 1868

    14. April: Peter Behrens wird in Hamburg-Borgfelde als Sohn des Gutsbesitzers Peter Behrens und dessen Frau Luise (geb. Burmeister) geboren.

  • 1886-1889

    Studium der Malerei an der Karlsruher Kunstschule und bei verschiedenen Malern.

  • 1893

    Mitbegründer der Münchner Sezession.

  • 1897

    Behrens beschäftigt sich mit Fragen der industriellen Formgebung. Seine kunstgewerblichen Entwürfe sind ganz vom Jugendstil geprägt.

  • 1899

    Vom Großherzog Ernst Ludwig II. von Hessen wird er an die Darmstädter Künstlerkolonie berufen, die 1901 mit einer Ausstellung eröffnet wird. Auf dieser erregt sein erster architektonischer Entwurf, sein programmatisches Wohnhaus, großes Aufsehen.

  • 1903

    Er wird Direktor der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule, die er in den folgenden Jahren grundlegend reformiert. Gleichzeitig setzt er sich aktiv für die Erneuerung der architektonischen Gartengestaltung ein.

  • 1905-1908

    Entwurf und Bau erster privater Wohnhäuser.

  • 1907

    Mitbegründer des Deutschen Werkbunds.

  • 1907-1914

    Von Emil Rathenau in den künstlerischen Beirat der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) berufen, entwirft er für diese Gebäude, so die formdurchdachte Turbinenhalle in Berlin-Moabit, und Arbeiterwohnsiedlungen. Er gestaltet aber auch andere Produkte der Industriekultur, wie Signets, Ventilatoren, Lampen u.a.m., und schafft so erstmals ein einheitliches Design zur Schaffung einer "corporate identity". Er versucht eine Zusammenführung von Kunst und Technik, da er die gesellschaftliche Bedeutung der Industrie erkannt hat.

  • 1908

    Behrens gestaltet die Giebelinschrift am Reichstagsgebäude in Berlin ("Dem deutschen Volke"), die 1916 angebracht wird.

  • 1910-1912

    Entwürfe klassizistisch inspirierter Villen.
    In seinem Büro arbeiten u.a. Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius und Le Corbusier.

  • 1911/12

    Seine Gestaltung der deutschen Botschaft in St. Petersburg, die er im Innern mit Produkten deutscher Industriekultur ausstattet, ist umstritten.

  • 1912/13

    Behrens baut das Verwaltungsgebäude der Mannesmann-Röhrenwerke in Düsseldorf und die Continental-Gummiwerke in Hannover. Gleichzeitig gestaltet er Gläser, Stoffe, Linoleum, Bucheinbände und Schrifttypen.

  • 1918

    Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg stürzt ihn in eine tiefe Krise, obwohl er der Weimarer Republik positiv gegenübersteht.

  • 1920-1924

    Behrens realisiert das Verwaltungsgebäude der Hoechst AG, das in seiner Anlage als Gesamtkunstwerk als Beispiel für expressionistische Architektur gilt.

  • 1922

    Als Leiter der Meisterklasse für Architektur an der Wiener Akademie gestaltet er Siedlungsbauten.

  • 1923-1925

    Das von ihm entworfene Wohnhaus "New Ways" in Northampton (England) gilt als frühes Beispiel des International Style.
    Mitbegründer des sogenannten Zehner-Rings, der die Bündelung aller modernen architektonischen Richtungen sowie gemeinsame Ausstellungen und Veröffentlichungen verfolgt.

  • 1925

    Behrens gestaltet das Grabmal von Friedrich Ebert in Heidelberg.

  • 1928

    Entwurf des Collegiumsgebäudes der Erzabtei St. Peter in Salzburg.

  • 1932

    Behrens baut die Geschäftshäuser "Berolina" und "Alexander" am Alexanderplatz in Berlin.

  • 1933

    Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ist er zunächst Diffamierungen als "Baubolschewist" ausgesetzt. Er weigert sich jedoch, einen Zusammenhang zwischen Kunst, Architektur und Politik zu sehen und arbeitet ab 1934 mit Adolf Hitlers Hauptarchitekten Albert Speer zusammen.

  • 1936

    Behrens übernimmt die Leitung des Meisterateliers an der Preußischen Akademie der Künste.

  • 1938

    Durch persönliche Kontakte zur AEG wird Behrens mit der Planung einer neuen Firmenzentrale an der Berliner "Nord-Süd-Achse" betraut.

  • 1940

    27. Februar: Peter Behrens stirbt in Berlin.

(tk/lh)
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