Walter Model 1891-1945

Militär

  • 1891

    24. Januar: Walter Model wird als Sohn des Seminaroberlehrers und späteren Musikdirektors Otto Model und dessen Frau Marie (geb. Demmer) in Genthin geboren.

  • 1909

    Abitur, anschließend Eintritt als Fahnenjunker in das Infanterieregiment Nr. 52 in Cottbus.

  • 1910

    Ernennung zum Leutnant.

  • 1914

    Model zieht als Adjutant des I. Bataillons in den Ersten Weltkrieg.

  • 1915

    Beförderung zum Oberleutnant.

  • 1917

    Beförderung zum Hauptmann.

  • 1919

    In der Weimarer Republik wird er trotz der im Versailler Vertrag vorgesehenen Reduzierung des deutschen Heers als Hauptmann in die Reichswehr übernommen, in der er zum Oberst aufsteigt. Zunächst organisiert er die Rückführung der Freiwilligenverbände aus Kurland und wird dann in das Reichswehrinfanterieregiment 14 nach Konstanz versetzt.

  • ab 1921

    Kompaniechef in Görlitz.

  • 1929

    Model wird zum Major befördert.
    Versetzung ins Reichswehrministerium in Berlin, wo er der Heeresausbildungsabteilung zugeteilt wird.
    Aufgrund seiner Tätigkeit in der Heeresausbildungsabteilung hält er sich im Rahmen der militärischen Zusammenarbeit von Reichswehr und Roter Armee sechs Wochen in der Sowjetunion auf. Zusammen mit seinen politischen Erfahrungen in der Weimarer Republik bildet sich hier seine starke Abneigung gegenüber dem Kommunismus heraus.

  • 1932

    Model wird zum Oberstleutnant befördert.

  • 1933

    Er wird Bataillonskommandeur in Allenstein.
    Der nationalsozialistischen Machtübernahme und dem NS-Regime steht Model, der nach eigenen Angaben keinen Bezug zur Politik hat, neutral gegenüber.
    Model wird zum Leiter der Technischen Abteilung im Generalstab des Heeres ernannt.

  • 1934

    Beförderung zum Oberst.

  • 1938

    Er wird Generalmajor und Chef des Generalstabs des IV. Armeekorps in Dresden.

  • 1939

    1. September: Teilnahme am Überfall auf Polen.

  • 1940

    Als Stabschef der 16. Armee nimmt er am Frankreichfeldzug teil.
    Beförderung zum Generalleutnant.

  • 1941

    22. Juni: Bei Beginn des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion befehligt Model die 3. Panzerdivision, mit der er die Schlacht um Kiew mitentscheidet.
    Model ist bekannt für seine waghalsigen Einsätze, die er oft ohne Flankendeckung durchführt.
    9. Juli: Ihm wird das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz verliehen.
    Dezember: Models Versuch, mit dem ihm unterstellten XXXXI. Panzerkorps bis Moskau vorzustoßen, scheitert kurz vor der sowjetischen Hauptstadt. Die deutschen Verbände sind zu schwach und werden von der Roten Armee zurückgeschlagen.
    Erfolgreiche Abwehrgefechte in der Winterschlacht 1941/42 bringen Model den Ruf eines Defensivstrategen und Abwehrexperten ein.

  • 1942

    Januar: Kommandeur der 9. Armee, mit der ihm die Stabilisierung des Mittelabschnitts der Front gelingt.
    Februar: Verleihung des "Ritterkreuzes mit dem Eichenlaub" und Beförderung zum Generaloberst.
    23. Mai: Model erhält einen Lungendurchschuß und wird dem Kriegsgeschehen für zweieinhalb Monate entzogen.

  • 1943

    Frühjahr: Nach sowjetischen Offensiven droht der 9. Armee die Einschließung im Raum Rshew. In dem als "Büffelbewegung" bekannt gewordenen einzigen planmäßigen und von Adolf Hitler bewilligten Rückzug an der Ostfront läßt Model seine Truppen um über 200 Kilometer nach Westen zurückziehen.
    2. April: Ihm wird das "Ritterkreuz mit dem Eichenlaub mit Schwertern" verliehen.
    Juli: Model befehligt bei dem gescheiterten Unternehmen "Zitadelle" insgesamt fünf Armeekorps. Zuvor hatte er von der Offensive abgeraten, da er die deutschen Verbände als zu schwach empfand, um die sowjetischen Truppen wie vorgesehen im Raum Kursk einzukesseln.

  • 1944

    31. Januar: Model führt die Heeresgruppe Nord.
    31. März: Zum Generalfeldmarschall ernannt, übernimmt er die Führung der Heeresgruppe Nordukraine.
    Juni/Juli: Er übernimmt zudem die Heeresgruppe Mitte nach deren Zusammenbruch in der sowjetischen Sommeroffensive. Model gelingt es, eine zusammenhängende Abwehrfront aufzubauen und die Offensive kurzzeitig aufzuhalten.
    20. Juli: Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler versichert ihm Model seine Treue.
    17. August: Verleihung des "Ritterkreuzes mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten".
    August/September: Als Oberbefehlshaber West versucht Model vergeblich, den alliierten Vormarsch in Frankreich aufzuhalten.
    Dezember: Während der von ihm mitgeplanten Ardennenoffensive gelingen Verbänden der ihm unterstellten Heeresgruppe B mehrere Überraschungsangriffe gegen amerikanische Einheiten.

  • 1945

    Trotz Models Loyalität gegenüber dem "Führer" befolgt er den sogenannten Nero-Befehl, die von Hitler angeordnete vollständige Zerstörung sämtlicher Industrie-, Verkehrs- und Versorgungseinrichtungen im Ruhrgebiet, nicht.
    21. April: Nachdem er die Heeresgruppe B nach deren Einschließung im sogenannten Ruhrkessel aufgelöst hat, um einer offiziellen Kapitulation auszuweichen, begeht Walter Model Selbstmord.

(hl)
lo