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„Worum’s in dem Film geht? Der Film heißt Abfallprodukte der Liebe und es geht darum, warum Sänger Ausdruck finden in der Stimme. Und die Sänger, die ich am meisten bewundert hab‘ in meinem Leben, sind alle gekommen.“ – so der vor der Kamera stehende Werner Schroeter (1945-2010), dessen filmisches Œuvre untrennbar mit der Liebe zu den Emotionen und Pathosformeln der Oper verbunden ist. 

Für Abfallprodukte der Liebe, dem zahlreiche Inszenierungen an Opernhäusern vorausgingen, begegnet Schroeter den großen Künstler*innen seiner Laufbahn noch einmal. Jede*r Sänger*in wird eine Arie, mitunter ein Lied, zugeteilt. Gemeinsam probt man zwei Tage lang in den mittelalterlichen Gemäuern des Klosters Rayaumont bei Paris. Was wir zu sehen bekommen, ist also nur teilweise eine fixe Inszenierung, viel häufiger ein Prozess, ein gemeinsames Erarbeiten und Interpretieren, getragen von gegenseitiger Zuneigung und einer absoluten Liebe zur Sache. 

Schroeters bevorzugte Kamerafrau Elfi Mikesch fährt in dramatischen Momenten sanft an die singenden Gesichter heran oder schwenkt langsam durch die sakralen, zur Bühne gewordenen Räume. Immer wieder gibt es auch Schnitte auf die Welt, die sich außerhalb des Klosters abspielt, auf expressive Architekturen, Schornsteine, Friedhöfe und Kirchenfassaden. Die großen Themen der Oper – Liebe, Glaube, Hoffnung, Sehnsucht und Tod – haben auch mit diesem Außen zu tun, scheint uns Schroeters Film zu sagen. (ts)

Abfallprodukte der Liebe