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Fünf Jahre nach Człowiek z marmuru (Der Mann aus Marmor) – dieser komplexen Demontage eines historischen Helden-Mythos – griff Wajda mit der Fortsetzung Człowiek z żelaza (Der Mann aus Eisen) in die unmittelbare Tagespolitik seiner Heimat ein. Ort des Geschehens war nun nicht mehr die Planstadt Nova Huta bei Kraków im Süden des Landes, sondern die Danziger Werft an der Ostsee. Człowiek z żelaza nimmt dabei zwar einige personelle Konstellationen des Vorgängerfilms auf, geht aber stilistisch und dramaturgisch völlig andere Wege. Die eher lose strukturierte, nicht unkomplizierte Handlung dient ihm als Gerüst, um unmittelbar auf das aktuelle Geschehen auf der Danziger Werft eingehen zu können. 

In die fiktive Ebene werden mehrfach dokumentarische Szenen eingeflochten – so gibt es eine Passage mit Streikführer Lech Wałęsa als Verhandlungsleiter des Streikkomitees. (Später tritt der Gewerkschaftsgründer in einer fiktiven Sequenz als Trauzeuge der Titelfigur auf.) Dass der Film bisweilen wie „ein unter Zeit- und Mitteilungsdruck auf Zelluloid gebanntes Pamphlet“ (K.W., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.3.1982) wirkt, tut dem hohen zeitgeschichtlichen Stellenwert nur wenig Abbruch. So verstand sich die Goldene Palme in Cannes neben der Würdigung Wajdas auch als Ermunterung der Streikbewegung. (cl)

Człowiek z żelaza