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Im November 1793 machte sich Danton von seinem Landsitz aus auf den Weg nach Paris, um seinen einstigen Weggefährten Robespierre an die gemeinsamen Ideale zu gemahnen und die Revolution zu retten. Wenig später, am 5. April 1794 wurde er guillotiniert. Was für ein Stoff für Bühne und Film! 

Als Andrzej Wajda die Einladung nach Frankreich erhielt, um hier einen kostspieligen Film über dieses nationale Über-Thema zu drehen, noch dazu mit Gérard Depardieu in der Titelrolle, bedeutete dies für ihn die endgültige Ankunft im Weltkino. Bei Beginn der Großproduktion war die aktuelle politische Entwicklung in seiner polnischen Heimat noch nicht absehbar. Die Nachricht von der Erklärung des Kriegsrechts platzte am 13. August 1981 mitten in die Dreharbeiten. Als Danton dann Anfang 1983 in die Kinos kam, war klar, dass nach Parallelen zwischen der französischen Geschichte und der Gegenwart Polens gesucht werden würde. So wollten einige Kritiker in der erstarrten, maskenhaften Mine Robespierres eine Ähnlichkeit mit General Jaruzelski erkennen. Wajda selbst hielt sich mit Interpretationen klugerweise zurück. Ungeachtet aller Spekulationen stellt sein Film eine kraftvolle Parabel auf die Eigendynamik der Macht und ihr Scheitern an sich selbst dar, wo auch immer. (cl)

Danton