
Das Himmler-Projekt – Manfred Zapatka und die Rede Heinrich Himmlers bei der SS-Gruppenführertagung in Posen am 4. Oktober 1943 – so lautet der vollständige Titel von Romuald Karmakars Dokumentarfilm, in dem der Schauspieler Manfred Zapatka an einem Pult das nach der Original-Tonaufnahme erstellte Transkript einer Rede liest, die Himmler vor 92 SS‑Offizieren gehalten hat. Gemeinsam mit der zweiten Posener Rede, die Himmler zwei Tage später vor Reichs- und Gauleitern vortrug, sind die Dokumente heute vor allem deshalb bekannt, weil sie als Geheimreden unverblümt über das Morden an Jüdinnen und Juden, an sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter*innen sprechen.
Karmakar beschränkt sich in seinem Film auf einige wenige Wechsel der Einstellungsgröße und Kameraperspektive. „Einmal bleibt er [Manfred Zapatka] am Wort ‚Pazifik‘ hängen, und man hört den Regisseur im Hintergrund lachen. Es hat also einen Grund, warum der Schauspieler im Titel vorgestellt wird. Es ist eine Art Kampf zwischen Zapatka und Himmler, und die einzige Art, wie sich der Schauspieler wehren kann, ist seine nüchterne, unbeteiligte, seelenlose Art, die drei Stunden zu bewältigen.“ (Michael Althen, Süddeutsche Zeitung, 21.2.2000) (ft)
Tilman Schumacher ist Filmhistoriker, Kurator und Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zeughauskinos.
Das Himmler-Projekt
- D 2000
- Digital SD
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R: Romuald Karmakar, B: Romuald Karmakar, Stefan Eberlein, K: Bernd Neubauer, Werner Penzel, Florian Süßmayer, S: Nicholas Goodwin, D: Manfred Zapatka, 185'