Friday, 14. August 2026, 05.38 PM
Der Flaneur von Berlin. Eine Erzählung von zwei Städten

Manfred Wilhelms Film Der Flaneur von Berlin begleitet den deutsch-jüdischen Emigranten Henry Ries, der 1938 aus Berlin fliehen musste und 1945 als US-Soldat zurückkehrte. Bekannt wurde Ries als Fotograf der New York Times durch seine eindrucksvollen Aufnahmen des zerstörten Berlins und der Luftbrücke, darunter das ikonische Bild eines „Rosinenbombers“ über Tempelhof.
Im Zentrum des Films steht jedoch sein späterer Blick auf die Stadt: 1999 ist der über 80-Jährige erneut in Berlin und durchstreift mit alten Fotografien Orte der Erinnerung. Auf diesem fotografischen Spaziergang trifft Ries auf eine von Baustellen und Neubauten geprägte Stadt im Umbruch. Wilhelms zeigt ihn als Suchenden zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als „ewigen Flüchtling“, dessen Heimat unwiederbringlich verändert ist. Mit geschultem Blick und fast jugendlicher Energie sucht Ries bei Foto-Spaziergängen weiterhin nach Motiven. Persönliche Erinnerungen, etwa an seine Schulzeit und den aufgegebenen Traum, Pianist zu werden, verbinden sich mit Reflexionen über Architektur und Stadtentwicklung in Berlin und New York. Henry Ries, 1917 in Berlin-Charlottenburg geboren, stirbt 2004 in New York. – Vierter Film von Manfred Wilhelms aus seinem Berlin-Zyklus in sieben Kinofilmen. (jg)
Der Flaneur von Berlin. Eine Erzählung von zwei Städten
- D 1999
- DCP
-
R/K/Sch: Manfred Wilhelms, 105'