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Ausnahmeregisseur Andrzej Żuławski (1940-2016) bescherte der polnischen und internationalen Filmgeschichte mehrere Ausnahmearbeiten. Als Sohn eines Diplomaten in Frankreich aufgewachsen, pendelte er physisch und intellektuell zwischen den Systemen, arbeitete als Künstler kompromisslos und ließ sich in politischer Hinsicht weit weniger gefallen als manche seiner Kollegen. Diabeł dürfte der einzige Horrorfilm des sozialistischen Lagers sein, der diese Bezeichnung auch verdient. Das Wunder besteht darin, dass er überhaupt in dieser Form gedreht werden konnte. 16 Jahre lang blieb das Werk verboten, Kennern des Genres gilt es als Meilenstein. Innovativ ist auch der Soundtrack von Andrzej Korzyński, der sich nicht auf das übliche, unheilvolle Raunen beschränkt, sondern unter anderem mit Rock-Gitarren auftrumpft. 

Erzählt wird das grausame Treiben eines jegliche Kontrollmechanismen verlierenden, jungen Adligen. Kurz nach Beginn der zweiten polnischen Teilung (1793) holt er zu einem beispiellosen Gemetzel aus, ermordet seine Verlobte, seine Mutter, seinen Bruder und seine Schwester, er brandschatzt und vergewaltigt. Hinter diesen Exzessen stehen die diabolischen Einflüsterungen eines Offiziers aus Preußen – neben Habsburg und Russland Besatzungsmacht des dreigeteilten Polens. (cl)

Diabeł