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Jan Gympel
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Die 7-Tage-Woche des Drahtwebers Rolf Piechotta

Am Montag tritt Rolf Piechotta, 41 Jahre alt, mal wieder eine neue Stelle an, diesmal in einer Kleinstadt am Nordrand des Ruhrgebiets. Innerhalb einer Woche macht sich der Drahtweber, der sich nicht alles gefallen lassen will und andere dazu auffordert, über ihre Situation nachzudenken, weithin unbeliebt. Eckhard Garczyk, damals hauptberuflich Sozialpolitikredakteur beim Bayerischen Rundfunk, hatte lange nach einem Sender gesucht, der sein Drehbuch realisieren mochte. Garczyk wollte einmal die Situation in den vielen mittelständischen Unternehmen beleuchten, noch dazu in der Provinz, wo der Eigentümer noch ein Patriarch und der gewerkschaftliche Organisationsgrad gering ist und der Betriebsrat mit dem Chef kungelt. Gedreht wurde in jenem Dorstener Betrieb, in dem Garczyk selbst als Student gearbeitet hatte und sein Vater Meister war.

Ernst Johann lobte in der Frankfurter Allgemeinen vom 14.1.1974: „Man würde den Film mißverstehen, wollte man ihn als Anklage betrachten. Er erzählt nur, und er tut dies bemerkenswerterweise in einer Sprache und in einem Stil, die durchaus und in allen Einzelheiten stimmen. Dafür darf man neben dem Verfasser dem Regisseur Rainer Boldt danken, der sich als ein wahrer Beherrscher der mitteilenden Ironie erwiesen hat.“ Garczyk und Boldt erhielten beim Adolf-Grimme-Preis 1975 eine Ehrende Anerkennung. (gym)

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