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In diesem für seine Herstellungszeit und für den Regisseur überraschend unpolitischen Film geht es um gleich zwei Dirigenten – und um eine zwischen ihnen stehende Frau. Dennoch entwickelt sich diese Konstellation nicht zur klassischen Dreiecksgeschichte. Vielmehr werden solch große menschlichen Belange wie Vertrauen, Kreativität und Heimat verhandelt. Wie oft bei Wajda ist der Plot verschachtelt, nicht schulmeisterlich durchbuchstabiert. Er dient eher als Gerüst für elementare Fragen, wie sie den Regisseur von jeher interessierten. 

Zunächst folgt Dyrygentder jungen Violinistin Marta (Krystyna Janda) auf ihrem Weg aus der polnischen Provinz in die USA, wo sie den legendären, einst aus ihrer Heimat ausgewanderten Star-Dirigenten Lasocki (Shakespeare-Mime John Gielgud) kennenlernt. Zufällig stammt er aus genau jener Stadt, in der Marta heute lebt. Zurück in Polen, erzählt sie begeistert ihrem Mann von der Begegnung. Dieser reagiert in einer Mischung aus Eifersucht und Ungeduld – ist er doch gerade dabei, eine Sinfonie von Beethoven einzustudieren, ausgerechnet die Fünfte! Kurz vor der Premiere trifft unerwartet der greise Lasocki im Städtchen ein; er ist auf der Suche nach seinen Wurzeln, wohl auch nach Marta. Nun überschlagen sich die Ereignisse. (cl)

Dyrygent