
„Die ersten Zuschauer waren den Göttern nahe: Auf dem Jumbo-Eröffnungsflug von New York nach Frankfurt sahen 361 Passagiere in 11.000 Meter Höhe über dem Atlantik eine Uraufführung. Der geistige Vater des Filmwerkes war als Premierengast freilich verhindert: Erich von Däniken, Schweizer Amateurforscher, verbüßt wegen Betruges eine dreieinhalbjährige Gefängnisstrafe.“ (stern, 1970)
Wenn man dem Porträtfilm Harald Reinl – Kino ohne Probleme (1985) glauben darf, war Erinnerungen an die Zukunft ein Herzensprojekt. Schließlich konnte Reinl bei der Produktion des Films, dessen von Bestsellerautor Däniken diktierte Inhalte er als Hypothesen verstand, zwölf Monate lang fünf Kontinente bereisen.
Däniken hatte im gleichnamigen Buch behauptet, außerirdische Astronauten seien in einer Vorzeit auf der Erde gelandet – eben die vom stern erwähnten Götter unserer Vorfahren. Reinl filmt mit elegant gleitender Kamera – begleitet vom weit weniger elegant geratenen Kommentar Wilhelm Roggersdorfs – die vermeintlich materiellen Zeugnisse der Dänikenschen Idee. Der späte, gar oscarnominierte Kulturfilm reist zum Mars-Gott der Sahara, inspiziert den Sarkophagdeckel von Palenque und gleitet über eine prähistorische Ufo-Landebahn in der peruanischen Hochebene. Mehr noch als die Bilder bleibt die „mystisch verschallte, fröhlich bewegende“ Musik von Reinls Stammkomponisten Peter Thomas im Gedächtnis. (Die Zeit, 22.5.1970) (ts)
Erinnerungen an die Zukunft
- 1970 BRD
- 35mm
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R: Harald Reinl, B: Utz Utermann, Harald Reinl, K: Ernst Wild, S: Hermann Haller, 94‘