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„Auf der Lüneburger Heide, 

In dem wunderschönen Land,
Ging ich auf und ging ich unter,
Allerlei am Weg ich fand.
Valleri, vallera, und juchheirassa, und juchheirassa,
Bester Schatz, bester Schatz, denn du weißt, du weißt es ja.“

Beim beschwingten Trällern der Zeilen des „Heidedichters“ Hermann Löns – übrigens die einzige direkte Verbindung zum Heimatfilmklassiker gleichen Namens von 1951 – wird Norbert, verkörpert von Schlagerstar Roy Black, von seinen Kumpels Bernie (Rainer Rudolph) und Möps (Peter Millowitsch) begleitet. Wie diese sucht Norbert eine Auszeit von der Stadt und vom weiblichen Geschlecht. Das Männertrio gründet noch vor Abreise einen „Club der Enthaltsamen“, der bloß „Natur und Romantik, einfaches Leben, Ruhe und Beschaulichkeit“ im Sinn hat. Doch schon auf der Zugfahrt in die Heide können sie das Flirten nicht lassen.

Was an die Stories zeittypischer Sexkomödien oder zotiger Buddy Comedies erinnert, ist ein eher keusch geratener Spaß. Grün ist die Heide bietet - trotz eines für den klassischen Heimatfilm nicht untypischen erotischen Untertons – Kino für die ganze Familie. Mit einem Mix aus Schlager- und Heimatfilm knüpfte Reinl an Genres an, die ihn in den 1950er Jahren zu einem gefragten Regisseur gemacht hatten. Als in den 70ern sein Stern langsam erlosch, besann sich der frühere Trendsetter populärer Genres auf alte, in die Jahre gekommene Erfolgsrezepte. (ts)

Grün ist die Heide