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Ein Film, der wegen seiner sozialen Genauigkeit und der Empathie für seine Helden wie ein Gegenentwurf zu anderen Arbeiten aus der Zeit der ersten, euphorischen Solidarność-Phase wirkt. Während ihre männlichen Kollegen die (zunächst erfolgreiche) Massenbewegung feierten, konzentrierte sich Agnieszka Holland auf das Schicksal einer einzelnen Person und deren Nöte. 

Die zirka 40-jährige, alleinerziehende Postbotin Irena lebt mit ihrem Sohn in einem heruntergekommenen Stadtteil Wrocławs. Die Straßen und ihre Wohnung sind baufällig, die Nachbarn und Verwandten missgünstig, neiden ihr noch das Wenige, das ihr gehört. Bei jedem Wetter stapft Irena stundenlang durch das Viertel, ihr Sohn wird in der Schule gemobbt. Als sie ein Verhältnis mit einem jungen Invalidenrentner beginnt, scheint Hoffnung in ihr Leben einzukehren. Doch von Beginn an lässt Agnieszka Hollands Inszenierung an einer positiven Wendung zweifeln. Nach einem kurzen Lichtblick dreht sich die Spirale des Untergangs unbarmherzig weiter. Nur Irenas Sohn kann das Prinzip Hoffnung weitertragen. 1981 für das Fernsehen produziert, feierte dieses lange übersehene, formal und inhaltlich intensive Werk erst 1987 Premiere. (cl)

Kobieta samotna