
Unter den Pulp-Krimi-Filmserien, die die deutschen Leinwände spätestens ab Mitte der 1960er Jahre fest im Griff hatten, sticht die Kommissar X-Reihe aufgrund ihrer von Anfang an internationalen Ausrichtung heraus. Nicht nur jagt die Hauptfigur, Privatdetektiv Jo Walker aka Kommissar X (Tony Kendall), die Bösewichte mit Vorliebe in bester Eurospy-Manier einmal quer über den gesamten Erdball; auch die Filme selbst entstanden als deutsch-italienische Koproduktionen. Für den siebten und letzten Teil holte man außerdem pakistanische Geldgeber mit an Bord. Und engagierte den Krimi-Veteran Harald Reinl, der der rasanten Geschichte um Drogenschmuggel im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet eine Dosis rauer Exploitation-Härte beimischt, die Kommissar X jagt die Roten Tiger von den deutlich betulicheren Vorgängern abhebt. Der Spaß kommt dennoch nicht zu kurz: Für die deutsche Synchronfassung der ohne Originalton gedrehten Produktion zeichnet der legendäre Blödel-Poet Rainer Brandt verantwortlich, so dass dem Publikum nicht nur Fäuste und Kugeln, sondern auch Kalauer um die Ohren fliegen. (lf)
Kommissar X jagt die Roten Tiger
- BRD/IT/PAK 1971
- 35mm
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R: Harald Reinl, B: Werner Hauff, Klaus E. R. v. Schwarze, Werner P. Zibaso, K: Francis Izzarelli, D: Tony Kendall, Brad Harris, Gisela Hahn, Mohd Ali, Zeba, 89’