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Kazimierz Brandys (1916-2000) gehört zu den wichtigsten Autoren der polnischen Nachkriegsliteratur. Die deutsche Okkupation hatte er in Warschau außerhalb des Ghettos überlebt. Nach der Befreiung engagierte er sich in der kommunistischen Partei, kollidierte aber bald mit dem stalinistischen Kurs. Ab 1970 lebte er in Frankreich. Sein 1957 erschienener Roman Mutter Krol verbindet eigenes Erleben mit den großen Themen der Geschichte Polens zwischen den 1930er und 1950er Jahren. Um eine alleinerziehende Putzfrau namens Król (= König) und ihre vier Söhne entspinnt sich ein komplexes Epos um Vertrauen und Verrat, Hoffnung und Resignation. Drei politische Systeme – Zweite Republik, Krieg und Nachkriegszeit – fordern mit unterschiedlicher Härte ihren Tribut ein. Zuletzt steht die Frau allein da. 

Bereits in den 1970er Jahren wollte Zaorski das Buch verfilmen. Im November 1981 konnten die Dreharbeiten endlich beginnen, wegen des Kriegsrechts kam der Film aber erst 1987 zur Premiere. Matka Królów wurde unter anderem 1988 mit dem „Silbernen Bären“ ausgezeichnet und gilt bis heute als einer der besten polnischen Filme über die Stalin-Ära. (cl)

Matka Królów