
„Eigentlich sollte ich einen Kommissar X drehen. Doch da gab es Terminprobleme. Und weil ich bei Constantin unter Vertrag bin und gerne arbeiten wollte, habe ich mit Freude zugegriffen, als mir Pepe angeboten wurde. Außerdem – ich habe auch früher schon Kinderfilme gedreht“, so der Routinier Reinl, der das Betreten neuen Genrestoff-Terrains stets als Chance begriff.
Mit Pepe, der Paukerschreck liefert Reinl sodann den lustigsten Beitrag zur zwischen 1967 und 1972 produzierten, siebenteiligen Erfolgsreihe Die Lümmel von der ersten Bank. Basierend auf dem Satire-Roman Zur Hölle mit den Paukern streut die berüchtigte Klasse 11a wieder ordentlich Sand ins Getriebe des Mommsen Gymnasiums. Ihre Schüler treten eine Kaskade von Streichen los, die den verhassten Paukern (ein heute selten gebrauchter Schmähbegriff für Lehrkräfte) gelten – allen voran den gewohnt spiellustig von Theo Lingen und Rudolf Schündler verkörperten Autoritäten Oberstudiendirektor Taft und Oberstudienrat Knörz. So sehr Pepe, der Paukerschreck vom Generationenkonflikt lebt, so sehr harmoniert andererseits die jüngere Schauspielgeneration – Hansi Kraus, Hannelore Elsner und Uschi Glas – mit den Vertretern der alten Garde. Und auch Reinl knüpft nicht bloß an seine Kinderfilme der 1950er Jahre an, er inszeniert mit betont lockerer Hand und wagt sich in eskalierenden Slapstick vor. (ts)
Kamil Moll ist Autor, Film- und Kulturjournalist. Unter anderem für den Perlentaucher und Deutschlandfunk Kultur befasst er sich mit der populären deutschen Filmkomödie der Vergangenheit und Gegenwart.
Pepe, der Paukerschreck
- BRD 1969
- DCP
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R: Harald Reinl, B: Franz Seitz, K: Franz X. Lederle, M: Rolf A. Wilhelm, D: Hansi Kraus, Uschi Glas, Hannelore Elsner, Theo Lingen, Gustav Knuth, Carola Höhn, Rudolf Schündler, Harald Juhnke, 95‘