
Hotelier Theo Frobenius (Theo Lingen) ist ganz aus dem Häuschen: Die Geschäfte laufen nicht gut, die freche Nichte Sabine (Uschi Glas) stellt seine Kompetenz in Frage und jetzt steht auch noch hoher Besuch ins Haus. Angekündigt hat sich Mertens, ein Investor, dessen Millionen den Betrieb retten könnten. Nur, dass dann nicht Mertens selbst eincheckt, sondern dessen Neffe Robby (Roy Black) – und dann auch noch unter falschem Namen.
Reinls Beitrag zum altehrwürdigen Genre der Hotelkomödie ist einerseits, der äußeren Form nach, eine 1971 längst aus der Zeit gefallene Reminiszenz an Papas Kino. Die präzise, sorgfältige Inszenierung treibt etliche Verwechslungen und Missverständnisse traditionsbewusst ihrer Eskalation entgegen, unterstützt von einem gut aufgelegten Best-of-Ensemble des bundesdeutschen Nachkriegslustspiels. Andererseits wirken untergründig durchaus modernere Kräfte in den Film hinein: Uschi Glas kultiviert eine spielerische Lässigkeit, die an die Filme der Münchner Gruppe erinnert; eine Gruppe von Kindern treibt, unterstützt vom ausgewachsenen Kind Ilja Richter, erstaunlich bösartigen Schabernack; und auch Reinl selbst schlägt immer wieder fröhlich über die Stränge, etwa in einer eskalierenden Slapstick-Szene um Glas, Lingen und ein klebriges Sitzkissen. (lf)
Wer zuletzt lacht, lacht am besten
- BRD 1971
- 35mm
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R: Harald Reinl, B: Kurt Nachmann, Klaus E. R. von Schwarze, K: Heinz Hölscher, D: Roy Black, Uschi Glas, Theo Lingen, Ilja Richter, Peter Weck, Eddi Arent, Siegfried Schürenberg, 87’