Sunday, 20. September 2026, 06.00 PM
Wesele
Die Hochzeit

Wesele war nicht nur eines der ersten Projekte von Wajdas kurz vorher gegründeten Produktionsgruppe X. Die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks bedeutete auch eine Aufgabe von nahezu nationaler Bedeutung. Der Urheber des Stoffes – der Architekt, Dichter und Maler Stanisław Wyspiański (1869-1907) – gehört in Polen zum kulturgeschichtlichen Kanon. Die titelgebende Hochzeit zwischen einem Schriftsteller und einer Bauerntochter hatte es zur Jahrhundertwende tatsächlich gegeben. In Stück und Film wurde dieses Fest zum phantasmagorischen Gleichnis auf eine zwischen dem Aufbegehren gegen die Herrschaft der Habsburger einer- und schierem Opportunismus andererseits tief gespaltene Gesellschaft.
Schon Wyspiański hatte das Geschehen durch traumhafte Einschübe oder durch die Auftritte historischer Figuren überhöht. Wajda fand dafür adäquate filmische Mittel. Dass diese Symbiose aus realistischen und fast halluzinierenden Szenen aufgeht, ist nicht zuletzt der Arbeit des Kamera-Magiers Witold Sobociński zu danken. Als Bräutigam brillierte Daniel Olbrychski, mit dem Wajda schon seit Anfang der 1960er Jahre gearbeitet hatte. Der damals kultisch verehrte Rockstar Czesław Niemen steuerte nicht nur Musik bei, er spielte auch in einer Nebenrolle selbst mit. (cl)
Wesele
- PL 1973
- DCP
- OmU
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R: Andrzej Wajda, B: Andrzej Kijowski nach dem Stück von Stanisław Wyspiański, K: Witold Sobociński, M: Stanisław Radwan, Czesław Niemen, D: Daniel Olbrychski, Ewa Ziętek, Andrzej Łapicki, Wojciech Pszoniak, Franciszek Pieczka, Czesław Niemen, 106‘