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Eröffnung der Retrospektive

Für nicht einmal 12.000 DM drehte Jonatan Briel den ersten langen Abschlussfilm an der DFFB. Wie zwei fröhliche Luftschiffer ist ein Film über die letzten Tage Heinrich von Kleists (Jürgen Wegner) und dessen gemeinsamen Suizid mit Henriette Vogel (Maria Milde) am Kleinen Wannsee – in Briels eigenen Worten ein Film über das „Schicksal dieses […] an seiner Homosexualität zugrunde gegangenen Dichters“, gemäß Georg Lukács’ Diktum, dass die Miserabilität Deutschlands Kleist in den Tod getrieben habe. 

Dabei verbindet Briels so bildgewaltiger wie auf die literarische Sprache ausgerichteter Film das Schicksal der historischen Figuren mit der revolutionären Stimmung der Gegenwart des Jahres 1968, in seiner Gestaltung zwischen kühler Präzision und visuellen Ausbrüchen pendelnd und Werke der Bildenden Kunst ebenso mit einbeziehend wie Strategien des Stumm- und Underground-Films. Nicht von ungefähr nennt Briel nach der internationalen Premiere beim Filmfestival in Locarno Friedrich Wilhelm Murnau, Carl Theodor Dreyer und Gregory J. Markopoulos als seine wichtigsten Einflüsse. (fl)

Wie zwei fröhliche Luftschiffer