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German Historical Museum
 
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Kino im Zeughaus | Programm | Programmarchiv


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  UNTER VORBEHALT

 

UNTER VORBEHALT

 

Die Vorführung mancher Filme, die während des „Dritten Reichs“ entstanden sind, ist nur unter Vorbehalt möglich. Diese sogenannten Vorbehaltsfilme dürfen zwar gezeigt, sie müssen aber eingeführt und mit dem Publikum diskutiert werden. Ihre Vorführung soll der Aufklärung über den Nationalsozialismus dienen. Zum Korpus der Vorbehaltsfilme gehören über 40 abendfüllende Produktionen. Darunter finden sich Spielfilme wie Jud Süß oder Hitlerjunge Quex – Filme, von denen immer wieder die Rede ist, wenngleich sie kaum jemand gesehen hat. Die meisten Vorbehaltsfilme sind jedoch vollkommen unbekannt. Die Reihe UNTER VORBEHALT, die in unregelmäßiger Folge alle Vorbehaltsfilme vorstellen und diskutieren wird, möchte unter anderem dazu beitragen, das Reden über das Kino des „Dritten Reichs“ von diesen blinden Flecken der Diskussion zu befreien. Dabei wird auch die Frage eine Rolle spielen, wie wir mit dem filmischen Erbe des Nationalsozialismus umgehen möchten – und wer dieses „wir“ ist.

 

UNTER VORBEHALT

Falschmünzer
D 1940, R: Hermann Pfeiffer, B: Per Schwenzen, Walter Maisch, D: Kirsten Heiberg, Rudolf Fernau, Karin Himboldt, Theodor Loos, Axel Monjé, Max Gülstorff, 85‘ · DigiBeta

Eine international agierende Bande von Geldfälschern treibt in Deutschland ihr Unwesen. Zu ihren Mitteln gehören Erpressung und Betrug – und auch der Einsatz einer verführerischen Frau. Unschuldige müssen sterben, bevor die Berliner Kriminalpolizei den Verbrechern mithilfe modernster Ermittlungsverfahren auf die Spur kommt. Ein spannender Kriminalfilm mit romantischer Nebenhandlung, bei dem sich nachdrücklich die Frage stellt, weshalb seine Vorführung heute noch „unter Vorbehalt“ steht. Sollte der „Vorbehalt“ daran liegen, dass der Kriminalbeamte zugleich SS-Obersturmführer ist und eine SS-Uniform trägt? Oder daran, dass wieder einmal in einem Film des „Dritten Reichs“ bewusst oder unbewusst der internationalen Verschwörung (sprich: „den Juden“) die eigenen terroristischen Praktiken angedichtet werden und so die Realität verdreht wird? Tatsächlich arbeitete ja die Gestapo während des Krieges daran, ausländische Währungen durch die Verbreitung von Falschgeld zu schädigen. (ps)
Einführung: Einführung: Philipp Stiasny

am 19.02.2014 um 20.00 Uhr

UNTER VORBEHALT

Carl Peters
D 1941, R: Herbert Selpin, B: Ernst von Salomon, Walter Zerlett-Olfenius, Herbert Selpin, D: Hans Albers, Karl Dannemann, Fritz Odemar, Hans Leibelt, 117‘ · 35 mm

Eine Filmbiografie des Kolonialpolitikers Carl Peters (1856-1918), der hier als heroischer Vorkämpfer des deutschen Expansionsdrangs erscheint. Im Mittelpunkt steht sein Kampf gegen den britischen Imperialismus, dessen Vertreter ihm nach dem Leben trachten, sowie gegen das Parlament, wo Juden und Demokraten ihn wegen seines menschenverachtenden und rassistischen Kampfes gegen die Afrikaner angreifen. Wie in anderen Großproduktionen des „Dritten Reichs“ über einsame, geniale, aber unverstandene Führerfiguren scheitert der vom damals populärsten deutschen Schauspieler Hans Albers dargestellte Held auch in diesem Fall aufgrund von Intrigen: Umso heller soll seine nationale Größe und sein Opfermut für ein Volk im Jahr 1941 strahlen, dessen nationalsozialistische Führung einen Weltanschauungskrieg gegen Großbritannien entfesselt und Juden und Demokraten längst vertrieben oder ermordet hat. In seiner Besprechung des mit den Prädikaten „staatspolitisch und künstlerisch wertvoll“, „kulturell wertvoll“, „volksbildend“ und „jugendwert“ ausgezeichneten Films schlägt der Film-Kurier denn auch eine Brücke zur Gegenwart: „Dieser Film ist ein lebendiges, großes Denkmal für das koloniale Ideengut, das heute jedem Deutschen ein unverlierbares Besitztum ist, und für das Carl Peters in seiner Zeit die Fahne hochhielt.“ (22.3.1941) (ps)
Einführung: Einführung: Matthias Struch

am 21.03.2014 um 20.30 Uhr

 

 
 
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