
Albert kehrt aus der „Irrenanstalt“, wie die Dörfler sagen, auf den Bauernhof seines Vaters ins oberpfälzische Kaff zurück. Die ersten Minuten des Heimkehrerdramas geben bereits den Ton des gesamten Films an: still beobachtend; grobkörniges, kontrastarmes Schwarzweiß; ein dokumentarischer Kern, der eine im Lebensrhythmus des Dorfes erzählte Geschichte prägt, die von Laien und kinofernen Physiognomien getragen wird; Situationen und Begegnungen, die aufeinanderfolgen, ohne dass dabei eine herkömmliche Dramaturgie entstünde.
Heimgekehrt muss Albert feststellen, dass sein überforderter Vater den Hof an seinen Neffen übertragen und damit den eigentlichen Erbfolger Albert an den Rand gedrängt hat. Ein randständiges Mitglied der Gemeinde ist er wegen seiner psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen sowieso schon, ein Außenseiter, der von den Kindern gehänselt und von den anderen Dorfbewohnern nicht für voll genommen wird. Mit anderen Worten: der „Dorfdepp“. Albert schlurft durchs beengte, eintönige Dasein, versucht Anschluss, Zuneigung, ja Liebe zu finden – und scheitert.
Albert – Warum? entstand in Darshofen, dem Heimatdorf des Regisseurs Josef Rödl als dessen Abschlussfilm an der Hochschule für Fernsehen und Film München mit einem Budget von nur 30.000 Mark. Mehrere Feuilletons feierten den Film als Entdeckung des Jahres. Heute ist er vergessen. Eine Wiederentdeckung steht an. (ts)
Albert – Warum?
- BRD 1978
- 35mm
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R/B: Josef Rödl, K: Karlheinz Gschwind, D: Fritz Binner, Michael Eichenseer, Georg Schiessl, Elfriede Bleisteiner, 108'