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Einführung zu "Das Lustschloss im Spessart" und dem anschließenden Programm "Grün ist die Heide": Felix Mende

Der vermutlich einzige Beitrag eines Unterzeichners des Oberhausener Manifests zur Sexfilmwelle: Walter Krüttners letzte – unter dem Pseudonym Victor Stuck veröffentlichte – Regiearbeit ist ein zotiges, hochgradig albernes Ensemblestück, das sich dem enthemmten Treiben auf Schloss Geiersberg, eine Art besseres Stundenhotel mit Mittelaltercharme, widmet. Der Filmtitel verweist auf Kurt Hoffmanns Klassiker Das Wirtshaus im Spessart (1958) sowie dessen Nachfolger. Ein weiteres Mal erweist sich der Erotikfilm als kinematographische Endmoräne des Heimatfilms, wobei die Darstellung körperlicher Liebe wie so oft im deutschen Sexfilm mit Erotik weniger zu tun hat als mit Slapstick. Gleichzeitig ist Krüttners Film, und das ist im Genre keineswegs eine Selbstverständlichkeit, von einer unbedingt menschenfreundlichen Grundhaltung geprägt, ganz nach dem Motto: Jedem Tierchen sein Pläsierchen. 

Im Vorprogramm: Krüttners großer dokumentarischer Wurf Es muss ein Stück vom Hitler sein. Am Obersalzberg gehen Heimatfolklore, Massentourismus und NS-Devotionalienjagd eine unheilige Allianz ein. (lf)

Felix Mende ist freier Kurator, Experte für die deutsch-deutsche Filmgeschichte und treibende Kraft hinter dem Kölner Filmklub 813 e.V.

Das Lustschloss im Spessart

Es muss ein Stück vom Hitler sein