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Einführung zu "Das Schweigen im Walde" im voranstehenden Programm "Die Martinsklause": Susanne Scharnowski

Eine Geschichte aus der guten alten Zeit, in der keineswegs alles gut war: Graf Ettingen (Alexander Stephan) nimmt inkognito ein Jagdhaus in den Bergen in Beschlag, macht die Bekanntschaft der hübschen Sennerin Lore (Belinda Mayne) und entdeckt die katastrophalen Folgen, die seine eigennützige, ausbeuterische Forstpolitik vor Ort hat.

Drei Wellen von Ludwig-Ganghofer-Verfilmungen erlebte das deutsche Kino über die Jahrzehnte, die erste zog sich von den 1910er bis in die 1930er Jahre, die zweite fällt mit der goldenen Ära des Heimatfilms Mitte der 1950er in Eins, die dritte versucht sich in den 1970er Jahren an einer Wiederbelebung. Die jüngste Leinwand-Fassung von Das Schweigen im Walde war 1976 eine der letzten Ganghofer-Kinoproduktionen. Der klassische Heimatfilm fand im Anschluss eine zweite Heimat im Fernsehen – ebenso wie der Regisseur des Films. Alfred Vohrer gehörte knapp zwei Jahrzehnte lang zu den originellsten Konkursverwaltern von „Papas Kino“; tatsächlich gelingt es ihm, auch den Heimatfilm mit einer gehörigen Prise Camp anzureichern, ohne die melodramatische Grundstruktur der Ganghofer-Erzählung an billige Lacher zu verraten. (lf)

Das Schweigen im Walde


BRD 1976
35mm

R: Alfred Vohrer, B: Werner P. Zibaso, nach einer Vorlage von Ludwig Ganghofer, K: Ernst W. Kalinke, D: Alexander Stephan, Belinda Mayne, Evelyn Opela, Ferdy Mayne, Sepp Löffler, Erni Singerl, 94'