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Einführung zu "Die Martinsklause" und dem anschließenden Programm "Das Schweigen im Walde": Susanne Scharnowski

Propst Eberwein ist mit seiner Gefolgschaft eben erst im Berchtesgadener Land zu Füßen des legendären Berges Watzmann angekommen, da wird dem Geistlichen bereits klar, warum man ihn beauftragt hat, im vom Augustinerorden verwalteten Land nach dem Rechten zu sehen. Dessen Verwalter ist ein Tyrann, ein korrupter Schurke. Waze hintergeht nicht nur den Orden, unter ihm leidet auch der christliche Glaube, der erst vor kurzem in der Region Fuß gefasst hat. Werden die Mönche die Ordnung wiederherstellen können? Wird Gott selbst einschreiten?

Richard Häußler, einer der „bedeutendsten Autor[en] kleiner, ungewöhnlicher Heimatfilme“ (Olaf Möller), brachte 1951 mit der Peter-Ostermayr-Produktion Die Martinsklause die Verfilmung von Ludwig Ganghofers gleichnamigem Hochlandroman auf die Leinwand. Bereits 1918 hatte Ostermayr die Rechte an den Werken Ganghofers erworben, Deutschlands produktivstem Autor von Heimatliteratur, der mit seinen in der Zeitschrift Gartenlaube erschienenen Fortsetzungsromanen sowie zahllosen Neuauflagen seiner Bücher ein Millionenpublikum erreichte. Entgegen anderer Stoffe Ganghofers wurde Die Martinsklause nur ein einziges Mal verfilmt – schroff, körperbetont, in atmosphärisches Schwarzweiß getaucht, Westernassoziationen hervorrufend. (ts)

Susanne Scharnowski ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Autorin des kulturhistorischen Sachbuches Heimat. Geschichte eines Missverständnisses (2019).

Die Martinsklause