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Menschen am Sonntag konnte nur durch ein Netzwerk von Leuten entstehen, die einander freundschaftlich oder familiär verbunden waren. Eine Gestalt war beispielsweise Robert Siodmaks Onkel Heinrich Nebenzahl, der Chef der renommierten Nero-Film. Er half bei der Finanzierung. Auch im Exil bestand das Netzwerk fort. So kam es gut zehn Jahre nach Menschen am Sonntag zur Zusammenarbeit von Edgar G. Ulmer mit dem Sohn von Heinrich Nebenzahl, Seymour Nebenzal (nun ohne h). Gemeinsam drehten sie eine Reihe von B-Filmen für das Poverty Row Studio PRC. 

Eine vergleichsweise teure PRC-Produktion war 1942 Hitler’s Madman, die hochaktuelle Geschichte der Menschen in der tschechischen Ortschaft Lidice, die nach dem Attentat auf den hohen SS-Offizier und Planer des Holocaust, Reinhard Heydrich (gespielt von John Carradine als leibhaftiger Teufel), zur Vergeltung ermordet wurden. Nebenzal fungierte als Produzent, Ulmer war der Troubleshooter im Hintergrund. Das Resultat war eine emotionale packende Anklage. In allen Bereichen wirkten Emigranten mit, die vor den Nazis geflohen waren: vom Autor Emil Ludwig, der eine erste Drehbuchversion verfasste, dem ungenannten Kameramann Eugen Schüfftan und etlichen Schauspielern bis zum Regisseur Detlef Sierck, der sich in Amerika Douglas Sirk nannte. Der Kontakt zu ihm kam über seinen alten Freund aus deutschen Tagen Rudolph Joseph zustande, damals Associate Producer bei Nebenzal – und 1962/63 Gründer des Münchner Filmmuseums. Zur Eröffnung zeigte Joseph eine Sirk-Reihe. (ps)

Hitler’s Madman

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