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Einführung: Ralph Eue ∙ Zu Gast: Michal Bregant

Ein böhmisches Dorf Mitte der 1960er Jahre. Der greise Ehrenvorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr soll auf einem Ball geehrt werden, doch allerlei Unvorhergesehenes stört die Arbeit des Festkomitees: Die Wahl der Ballkönigin verkommt zur Farce, Tombola-Preise verschwinden und als die Sause so richtig Fahrt aufnimmt, gibt es Feueralarm. 

Formans letzter Film aus seiner tschechischen Zeit lässt sich als bittere Gesellschaftsgroteske lesen, in der eine maßlos überforderte Clique übergriffiger alter Machos das Sagen hat. Der Anspruch, für das Gemeinwohl zu stehen, wird durch Egoismus, Frauenverachtung und Schildbürgermoral konterkariert. Paradoxerweise handelte sich Forman aber mit seinem Film nicht nur Ärger mit den einheimischen Zensoren ein, sondern auch mit dem italienischen Co-Produzenten Carlo Ponti, dem Formans ‚wenig feiner Sarkasmus‘ gründlich missfiel. Er distanzierte sich vom Projekt und verklagte den Regisseur. Vertragsbruch war dabei das offizielle Argument: Ponti hatte 75 Filmminuten gekauft, bekam aber nur 73 Minuten. Dank der Vermittlung durch den französischen Produzenten Claude Berri konnte Hoří, má panenko aber trotzdem 1968 beim New York Film Festival gezeigt werden und wurde sogar noch im gleichen Jahr für den Oscar nominiert. (re)

Michal Bregant ist Direktor des Národní filmový archiv, Prag. Ralph Eue ist Kurator, Autor und Übersetzer.

Hoří, má panenko