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Einführung: Frederik Lang

Eine Bildergeschichte aus der Heimat. So lautet der Untertitel von Uwe Brandners untypisch in der Zukunft angesiedeltem Heimatfilm. Wie die zeitnah entstandenen Filme Jagdszenen aus Niederbayern (1969) und Jaider – Der einsame Jäger (1971) kehrt Brandners parabelhaftes Kinodebüt dem klassischen Heimatfilm den Rücken: Am Rande der Wildnis wird im Altmühltal eine Dorfbevölkerung mit Drogen und Polizeiknüppeln ruhiggestellt. Der Drang zum Wildern – bereits eine unbedingt zu ächtende Tat im Genrekosmos früherer Dekaden – scheint unbändig; Wildern als ein Akt der Freiheit, der die Ordnung und ihre brutalen Gesetze auf den Plan ruft.

Bereits Anfang der 1960er Jahre löste das sich von Mittelfranken bis Oberbayern erstreckende Altmühltal un-heimelige Gefühle aus, was der Vorfilm Notizen aus dem Altmühltal in Erinnerung ruft. „In diesem bewusst gegen die Tendenz zur romantischen Landschaftsbeschreibung im deutschen Film gedrehten Notizen aus dem Altmühltal entsteht das böse Bild einer Verdrängungsgesellschaft und einer dörflichen Rückbesinnungslosigkeit. Selten sieht man bis heute einen Film, der einen derart angriffslustigen, verächtlichen Ton an den Tag legt und eine ganze Region vorführt. Aber ist es wirklich verächtlich oder, wie der Film selbst behauptet, nur realistisch?“ (Patrick Holzapfel, Jugend ohne Film, 3.6.2019) (ts)

Frederik Lang ist Filmhistoriker, Autor und Kurator.

Ich liebe dich, ich töte dich


1970 BRD
35mm

R/B: Uwe Brandner, K: André Dubreuil, D: Rolf Becker, Hannes Fuchs, Helmut Brasch, Marianne Blomquist, Wolfgang Ebert, 95'

Notizen aus dem Altmühltal


BRD 1961
35mm

BRD 1961, R/B: Heinrich Tichawsky, Hans Rolf Strobel, K: Heinrich Tichawsky, 18'