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Einführung zu Jagdszenen in Niederbayern und dem anschließenden Programm Pudelnackt in Oberbayern: Tilman Schumacher

Der zwanzigjährige Abram kehrt heim ins Dorf seiner Kindheit. Im städtischen Landshut saß er wegen Homosexualität im Gefängnis, etwas, was die niederbayerische Gemeinde gegen ihn aufbringt. Eine Treibjagd beginnt.

Selten lässt sich anhand eines Films die Entstehung eines neuen Genres oder einer neuen filmischen Strömung festmachen. Im Falle von Peter Fleischmanns Langfilmdebüt Jagdszenen aus Niederbayern ist dies möglich, lieferte Fleischmann doch mit seinem schroff naturalistischen, auf einem modernen Volksstück des Hauptdarstellers Martin Sperr basierenden Reigen eine blaupausenhafte Abrechnung mit der Provinzkleingeistigkeit. Der „kritische“ Heimatfilm war entstanden. 

Ressentiments gegen alles Fremde und Unangepasste; verkrustete Familienbünde und Gefühle; eine Natur, deren Schwarzweiß kaum für nostalgische Streifzüge herhält – das sind einige der Merkmale, die die damalige Kritik wie auch das Publikum mit Anti-Heimatfilmen verbanden. In den Folgejahren haben diese Spielfilme von zumeist Autorenfilmern, die dem Heimatfilm der Vätergeneration wie generell der Heimatverbundenheit in postfaschistischer Zeit skeptisch gegenüberstehen, kurze Konjunktur. (ts)

Jagdszenen aus Niederbayern