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„Schwache Kriminalrahmenhandlung, schöne Bergaufnahmen“ – so fasste 1951 Der Spiegel lakonisch Reinls nach Bergkristall (1949) und Gesetz ohne Gnade (1950) dritten Bergfilm zusammen. Tatsächlich ist Weiße Hölle Mont Blanc, der den nicht minder dramatischen Alternativtitel Fegefeuer der Liebe trägt, eigentlich ein Natur- und Sportfilm, dem aus kommerziellen Gründen eine von menschlichen Leidenschaften bestimmte, von unerwiderter Liebe bis Mordlust reichende Story vor erhabener Bergkulisse beigegeben wurde. 

Neben den in den Ötztaler Alpen und auf dem Mont Blanc gelegenen Originalschauplätzen spielt Dagmar Rom die Hauptrolle, wobei spielen irreführend ist, denn Rom treibt vor allem Sport, was Reinl und sein bergerprobter Kameramann Walter Riml ausgiebig filmen. Skiläuferin Rom war in ihrer österreichischen Heimat in aller Munde, nachdem sie 1950 bei den Weltmeisterschaften von Aspen Goldmedaillen gewann. Ihre Siege weckten auch Begehrlichkeiten der Filmindustrie. Die Zeit schien reif, Roms Popularität in ein Starvehikel umzumünzen. Reinl gelang dies als Erster. Dabei schwang sicher auch persönlicher Antrieb mit, war dieser doch vor seiner Filmkarriere selbst titeltragender Ski-Profi gewesen. (ts)

Weiße Hölle Mont Blanc