
Der slowakische Schriftsteller Michal Hvorecký liest aus seinem kürzlich erschienenen Buch Dissident und spricht im Anschluss mit Andreas Kötzing sowie dem Publikum.
Mit der Essaysammlung Dissident erweist sich Hvorecký als eloquenter Fürsprecher eines aufgeklärten Europas. Entlang der eigenen Geschichte verfolgt er den Weg seines Landes vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien; von der Euphorie der Samtenen Revolution bis zum aggressiven völkisch-populistischen Kulturkampf, den die gegenwärtige Regierung unter Robert Fico ausrief. Mit feinem Gespür kommentiert er, wie Ängstlichkeit und Polarisierung in seiner Heimat um sich greifen und wie angreifbar demokratische Verhältnisse sind.
Michal Hvorecký ist nicht nur Autor, sondern auch begeisterter Cineast. Als solcher hat er an dem Dokumentarfilm Martin Pollack: Looking Into the Abyss mitgewirkt: Gemeinsam mit Pollack, dessen langjähriger Übersetzer ins Slowakische er ist, recherchierte der Schriftsteller die komplexe Vergangenheit von Pollacks Vater, Gerhard Bast. Als SS-Führer eines Sonderkommandos war dieser einst an der Partisanenbekämpfung im Zusammenhang mit dem slowakischen Nationalaufstand beteiligt. Wir zeigen Passagen aus diesem Film. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. (re)
Andreas Kötzing ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung der Technischen Universität Dresden.