Deutschland um 1900
Zeughaus Berlin, 26. März - 15. Juni 1993
 
   
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So unterschiedlich die bürgerliche und die Arbeiter-Jugendbewegung waren, so unterschiedlich war auch die Situation der jungen Männer dieser Schichten, wenn sie ihren Militärdienst ableisteten. Der Gymnasiast konnte "Einjährig-Freiwilliger" werden mit der Aussicht, zum Reserveoffizier aufzusteigen, und wohnte (von den ersten Wochen der Dienstzeit abgesehen) in einem eigenen Zimmer. Der Arbeiter lebte zwei oder drei Jahre lang zusammen mit anderen auf der Stube und blieb stets Untergebener. Auch in diesem Sinne war das Militär der von Standesdünkel geprägten Kaiserzeit die "Schule der Nation".

Für alle Männer bestand Wehrpflicht; ein Recht auf Wehrdienstverweigerung existierte nicht. Das wehrpflichtige Alter begann mit Vollendung des 17. Lebensjahres.

Die allgemeine aktive Dienstpflicht dauerte bei der Kavallerie und der reitenden Feldartillerie drei Jahre, bei den übrigen Truppen zwei Jahre. Darauf folgte die Reservepflicht, die mit der aktiven Dienstpflicht zusammen sieben Jahre betrug.

Für manchen Arbeiter mag die Dienstzeit beim Militär ein gewisses Maß an sozialer Sicherheit bedeutet haben. Diesen Eindruck vermittelt zumindest der "Leitfaden zum Dienstunterricht für die Mannschaften", wenn er "Ein Wort an den Reservisten" richtet: "Die zwei Jahre deiner Dienstzeit sind nun um, und niemand wird dir verdenken, daß du dich freust, in die Heimat, zu den Deinen und in deinen bürgerlichen Beruf zurückzukehren. Bei vielen Reservisten aber verblaßt bald die Freude, wenn der Ernst des Lebens und die Sorge um das tägliche Brot an ihn herantritt, und mancher denkt dann doch mit heimlicher Sehnsucht zurück an die schöne sorglose Soldatenzeit; denn darüber darf man sich keiner Täuschung hingeben, so sorglos wie als ein Soldat, der seine Pflicht tut, lebt man wohl kaum wieder." Der materiellen Absicherung standen aber auf der Negativseite unbedingter Gehorsam, Strammstehen, Unterordnung, bisweilen Schikane gegenüber. Daß der Militärdienst gleichwohl eine große Rolle im Lebenslauf spielte, darauf deuten die vielen Erinnerungsstücke hin, die auch von einfachen Soldaten überliefert sind.


 

Exponate
       
       
       
 
   
               
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