Das Zeughaus wird saniert: Fünf Fragen und Antworten
26. Mai 2026
3 Min.
Geschichte des Ortes
26. Mai 2026 Lesedauer 2 Min.
Das Berliner Zeughaus zählt zu den bedeutendsten Bauten des norddeutschen Barock. Es markiert heute den Beginn der zentralen Straße „Unter den Linden“, die vom Stadtschloss zum Brandenburger Tor führt. Die Hörführung “Zoom In” vermittelt detailreiches Wissen über die Baugeschichte und architektonische Gestaltung des Gebäudes.

Blick auf das barocke Zeughaus mit dem Berliner Fernsehturm im Hintergrund. © DHM, Foto: Ulrich Schwarz
Den Grundstein für das Zeughaus legte 1695 der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. – der 1701 als Friedrich I. zum König in Preußen aufstieg. Mit dem Neubau gegenüber dem Schloss waren vier Architekten befasst: Johann Arnold Nering plante den Bau, nach seinem Tod führte Martin Grünberg die Bauleitung fort. Drei Jahre später übernahm sie Andreas Schlüter, der auch die 22 Reliefs mit den Köpfen sterbender Giganten über den Rundbogenfenstern des 40 mal 40 Meter großen Zeughaushofes gestaltete. Der Bildhauer musste jedoch nach einem Teileinsturz des Gebäudes sein Bauamt aufgeben. Sein Nachfolger Jean de Bodt vollendete den Bau 1706, die Innenräume wurden erst 1730 fertiggestellt. Das als Arsenal dienende Gebäude verlieh dem Souveränitätsanspruch des aufstrebenden Kurfürstentums Ausdruck.
Von 1877 bis 1880 ließ Kaiser Wilhelm I. das Zeughaus durch den Architekten Friedrich Hitzig in ein Museum mit einer Ruhmeshalle umbauen. Der Kaiser überwachte persönlich die umfangreichen architektonischen Veränderungen wie die gläserne Überdachung des Innenhofes und den Bau einer Freitreppe. Obwohl ein Großteil der Räume den Ausstellungen vorbehalten war, stand die Ruhmeshalle eindeutig im Mittelpunkt. Ihr aufwendiges Malerei- und Skulpturenprogramm zeigte die preußische Geschichte im Spiegel der Hohenzollern und ihrer Armee.
Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde das Zeughaus ab 1948 unter der Leitung verschiedener Architekten – aufeinander folgten Werner Harting, Otto Haesler zusammen mit dem Maler Karl Völker und schließlich Theodor Voissem – wiederaufgebaut. Die Elemente aus dem 19. Jahrhundert wurden nicht rekonstruiert, auch konnten die originalen Gewölbe im Erdgeschoss nicht erhalten werden. Das gegenüberliegende Schloss der Hohenzollern hatte das SED-Regime 1950 abreißen lassen. An seiner Stelle eröffnete 1976 der Palast der Republik und stellte die Nähe von politischem Machtzentrum und Geschichtsmuseum von Neuem her.
Von 1999 bis 2003, nach der Übernahme des MfDG durch das DHM, erfolgten nach Plänen des Architekten Winfried Brenne die Sanierung und der Umbau des Zeughauses. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Bauplastik und der roséfarbene Fassadenputz der Barockzeit wiederhergestellt. Die Innenräume behielten ihre Gestaltung der Nachkriegszeit bei.
Ein Spaziergang um das barocke Zeughaus lohnt sich: Die Ostfassade des Zeughauses schmückt eine Plakatserie, über die per QR-Code eine kostenfreie Audiotour auf Deutsch und Englisch abgerufen werden kann. Die Hörführung “Zoom In” vermittelt detailreiches Wissen über die spannende Baugeschichte und architektonische Gestaltung des Gebäudes. Architekturfans erfahren mehr über die 12 Skulpturengruppen und 44 Trophäenskulpturen auf der Dachbalustrade, die von Andreas Schlüter entworfenen 76 Schlusssteine der Rundbogenfenster im Erdgeschoss oder die vier überlebensgroßen Skulpturen neben dem aufwändig geschmückten Hauptportal. Die Audiotour ist auch über die DHM-Website abrufbar.

An der Ostfassade des Zeughauses lädt die Outdoor-Ausstellung "Zoom In" dazu ein, mehr über die architektonischen Besonderheiten des eindrucksvollen Barockbaus zu erfahren. © DHM, Foto: Thomas Bruns

Figurengruppe auf der Dachbalustrade des Zeughauses, die den römischen Kriegsgott Mars zeigt. © DHM, Foto: Thomas Bruns