Franz Halder 1884-1972

Militär

  • 1884

    30. August: Franz Halder wird in Würzburg als Sohn des bayerischen Artillerieoffiziers Maximilian Halder und dessen Ehefrau Mathilde (geb. Steinheil) geboren.

  • 1902

    Nach dem Abitur tritt Halder in die bayerische Armee ein und kommt in das Feldartillerieregiment seines Vaters in Amberg (Oberbayern), wo er bis zum Leutnant aufsteigt.

  • 1911-1914

    Besuch der Bayerischen Kriegsakademie.

  • 1914-1918

    Im Ersten Weltkrieg ist Halder Generalstabsoffizier in verschiedenen Oberkommandos. Er wird mit dem Eisernen Kreuz 1.Klasse ausgezeichnet.

  • 1919-1931

    Nachdem er als Hauptmann in die Reichswehr übernommen worden ist, führt Halder zahlreiche Stabskommandos, die meisten davon in Bayern. Er wird auch als Taktiklehrer eingesetzt.

  • 1922

    Beförderung zum Major.

  • 1929

    Halder wird in die Organisationsabteilung des Truppenamts versetzt.

  • 1930

    In der Abteilung Heeresausbildungs ist er unter Walther von Brauchitsch tätig.

  • 1931

    Beförderung zum Oberst und Ernennung zum Chef des Stabs eines Wehrkreiskommandos.

  • 1933

    Der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten steht Halder distanziert gegenüber.

  • 1934

    Als Divisionskommandeur in München gerät er in Konflikt mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP).

  • 1936

    Halder wird als Generalleutnant zum Reichskriegsministerium in das Oberkommando des Heeres berufen und übernimmt dort das Amt des Oberquartiermeisters II.

  • 1937

    Bei einem Wehrmachtsmanöver lernt er Adolf Hitler kennen und wird zu seinem treuen Anhänger. Dieser persönliche Kontakt ermöglicht ihm auch den weiteren schnellen Aufstieg.

  • 1938

    8. Februar: Nach der Fritsch-Blomberg-Affäre wird Halder Oberquartiermeister I und damit Nachfolger Erich von Mansteins.
    1. August: Beförderung zum General der Artillerie.
    1. September: Nachdem Ludwig Beck aus Protest gegen die Entmachtung der Wehrmachtsführung durch Hitler zurückgetreten ist, übernimmt Halder seinen Posten als Generalstabschef des Heers.

  • 1938/39

    Zusammen mit Brauchitsch, dem neuen Oberbefehlshaber des Heers, versucht Halder, den von Hitler gewollten Krieg zu verhindern. Beide nähern sich der militärischen Opposition an und erklären sich sogar bereit, Hitler im Fall einer Kriegserklärung auf Befehl der Heeresleitung gefangennehmen zu lassen. Eine Ermordung lehnen sie jedoch aufgrund des Treueeids auf Hitler ab.
    Nach dem Münchner Abkommen schwenkt Halder zunehmend auf Hitlers Seite um und plant mit ihm große Teile der ersten Feldzüge.

  • 1941

    Halder leitet den Balkanfeldzug und den deutschen Überfall auf die Sowjetunion.

  • 1942

    Nachdem Hitler aufgrund der gescheiterten Offensive den Oberbefehl über den Rußlandfeldzug selbst übernommen hat, kommt es zu starken Auseinandersetzungen mit Halder.
    24. September: Halder wird von seinem Kommando abgelöst und erhält keinen neuen Posten.

  • 1942-1944

    Er verbleibt ohne Kommando in der Reserve und steht in Kontakt zum militärischen Widerstand um Beck.

  • 1944

    Nach dem Attentat vom 20. Juli wird Halder verhaftet und in das Konzentrationslager (KZ) Flossenbürg gebracht.

  • 1945

    31. Januar: Offizielle Verabschiedung aus der Wehrmacht.
    Kurz vor Kriegsende wird er in das KZ Dachau verlegt und von dort aus mit anderen Häftlingen verschleppt, bis sie von amerikanischen Truppen in Südtirol befreit werden. Halder wird zunächst inhaftiert und komm im Sommer aus amerikanischer Haft frei.

  • 1946-1961

    Halder ist Leiter der deutschen Abteilung des kriegsgeschichtlichen Forschungsamts (Historical Division) der US-Armee in Königstein/Taunus und Karlsruhe. Für die Amerikaner ist er einer der wichtigsten Mitarbeiter der ehemaligen Wehrmacht und hat erheblichen Einfluß auf die Kriegsgeschichtsschreibung des Zweiten Weltkriegs.

  • 1949

    Seine Studie "Hitler als Feldherr" wird veröffentlicht. Hierin schildert er Hitler als besessenen Fanatiker ohne strategische Fähigkeiten, der den Generalen die Kontrolle genommen und so Deutschland in die Katastrophe geführt habe. Das Buch wird ein Verkaufserfolg.

  • 1961

    Für seine langjährige Mitarbeit wird Halder die höchste Zivilauszeichnung der US-Armee verliehen.

  • 1962-1964

    Veröffentlichung des "Kriegstagebuchs 1939-1942" mit den täglichen Aufzeichnungen als Generalstabschef des Heers.

  • 1972

    2. April: Franz Halder stirbt in Aschau (Oberbayern).

(mw)
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